Ausgesetzt!
Hunderte Goldfische bedrohen heimische Arten
15.04.2026In einem Rückzugsbecken am Eisberg in St. Pölten schwimmen urplötzlich hunderte Goldfische. Die Tiere sind offenbar in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ausgesetzt worden. Das ökologische Gleichgewicht dort ist nun aus der Balance. Etwa 300 Fische sollen daher demnächst abgefischt werden..
Goldfische stammen ursprünglich aus Asien und gehören definitiv nicht in heimische Gewässer. Werden sie aber ausgesetzt, können sie sich zwar einerseits rasch anpassen und infolgedessen auch stärker vermehren, andererseits stellen sie ein großes Problem für das natürliche Gleichgewicht dar. Tierheimleiterin Victoria Bischof konkretisiert, dass derzeit rund 200 bis 300 Goldfische im Retentionsbecken am Eisberg vermutet werden.
Abfischen wird vorbereitet
In Abstimmung mit der Referentin für Umwelt der Stadt St. Pölten und dem Fischereiverband wird derzeit das Abfischen der Goldfische vorbereitet. Dazu soll es in zwei bis drei Wochen kommen. "Wir haben derzeit einen vollen Fischteich, planen aber ein Notfallbecken für die Goldfische zu errichten. Das ist aber nur eine Notlösung, darin können die Tiere nicht lange bleiben“, so Bischof. Der Tierschutzverein St. Pölten sucht daher dringend Übernehmer für die Fische und bittet, Menschen, die die Tiere aufnehmen können, sich zu melden.
Heimische Arten durch Goldfische gefährdet
Durch durch das Aufwirbeln des Gewässerbodens wird das Algenwachstum gefördert und das Wasser getrübt. Langfristig kann das zu Sauerstoffmangel führen, mit Folgen für die heimischen Fische. Außerdem sind auch die Kröten, die ihren Laich absetzen, bedroht. Da die Fische diesen zu ihrer Nahrung zählen.
Drastische Strafen drohen
Das Aussetzen von Fischen ist, wie das Aussetzen von Katzen und Hunden, gesetzlich verboten. Werden Verursacher gefunden drohen nicht nur Strafen nach dem Tierschutzgesetz, sondern auch nach dem Naturschutzgesetz.