Beeindruckend
Internationales Motorsägenschnitz-Event im Waldviertel
26.04.2026Mehr als 35 Motorsägenschnitzer aus 17 Nationen zeigen am Wochenende ihr Können bei einem internationalen Treffen. In der Erlebniswelt Gallien (Bezirk Horn) erschaffen sie mit ihren Motorsägen Kunstwerke aus Holz.
Muskelkraft und viel Feingefühl ist beim Schnitzen mit der Motorsäge erforderlich. "Die Arbeit sieht im ersten Moment sehr grob aus. Aber erst mit sehr viel Feingefühl schafft man es, einem Stück Holz auch Aussagekraft und eine Seele zu verleihen“, sagt Veranstalter Markus Wegscheider vom Verein "Forum Kunst aus Holz“. In stundenlanger Arbeit entstehen unterschiedliche Figuren, vom Bären über Hunde, vom Adler bis hin zur lebensgroßen Falco-Statue. "Die Profis verwenden bei einer Figur bis zu 15 verschiedene Motorsägenschwerter, um jedes Detail herauszuarbeiten“, sagt Wegscheider, der im Waldviertel selbst seit vielen Jahren Holzfiguren mit der Motorsäge schnitzt.
Von der Leidenschaft zum Beruf
Mit Hobby hat dieses Handwerk bei vielen der Teilnehmern nichts mehr zu tun. Die meisten sind Profis, sind weltweit unterwegs und haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. "Wenn ich mit der Motorsäge arbeite, fühle ich mich wie im Himmel oder auf Wolken“, sagt Ricardo Villacis aus Ecuador gegenüber ORF NÖ. Seit über 50 Jahren arbeitet er als Bildhauer und bietet mittlerweile weltweit Schnitzkurse an. "Zunächst muss man den Umgang mit den Sägen lernen und Kondition aufbauen, aber mit der Zeit lernt man sich künstlerisch zu entfalten, bekommt das Vorstellungsvermögen, das notwendig ist“, schwärmt Svea Lynn Schaffner aus Kiel (Deutschland). Eine Leidenschaft, die viel Technik erfordert. "Ich verliere beim Schnitzen eigentlich nicht viele Kalorien, weil ich zu viel Bier trinke“, schmunzelt Craig Steele aus Schottland. Muskelkater ist keine Seltenheit. "Man kommt leicht ins Schwitzen und am Ende des Tages ist man so richtig müde“, sagt der Schotte.
Eichenholz als beste Option
Fast drei Lkw Ladungen Eichenholz kommen beim internationalen Holzschnitz-Event im Erlebnisdorf Gallien (Bezirk Horn) unter die Motorsäge. "Es handelt sich um abgestorbenes Holz, also bereits totes Holz. Es muss kein Baum wegen der Kunst extra sterben“, sagt Veranstalter Bruno Toifl von der Erlebniswelt Gallien. Eichenholz eignet sich besonders gut zum Schnitzen, weil es robust ist und lange haltbar bleibt. Viele Figuren, die an diesem Wochenende vor Publikum erschaffen werden, sind Auftragsarbeiten. Alle anderen Kunstwerke aus Holz, die noch nicht verkauft sind, können Besucher auch noch in nächster Zeit in der Erlebniswelt Gallien bestaunen.