Gesundheit

Kampf gegen Krebs: MedAustron mit spezieller Ionentherapie

05.02.2026

Am MedAustron in Wiener Neustadt werden Krebspatienten mit einer spezielle Ionentherapie behandelt. In den kommenden Jahren will man weiter wachsen und die Patientenzahl so verdoppeln. 

Zur Vollversion des Artikels
© ORF
Zur Vollversion des Artikels

Diese Ionentherapie sei eine „Spezialform der Strahlentherapie. Hier behandeln wir mit Protonen und Kohlenstoffionen. Die konventionelle Strahlentherapie wird mit Photonen, also Röntgenstrahlen durchgeführt“, erklärt Eugen Hug, der ärztliche Direktor am MedAustron gegenüber noe.orf.at. Durch den Einsatz von Protonen und Kohlenstoffionen könne man "sehr präzise“ arbeiten, wodurch auch langzeitige Nebenwirkungen minimiert werden können. 

Besonders zum Einsatz komme diese Therapie bei vulnerablen Patientenpopulationen wie Kindern oder jungen Erwachsenen. „Da ist es mittlerweile so, dass die Mehrzahl aller Kinder in Österreich, die eine Strahlentherapie benötigen, bei uns behandelt werden“, so Hug. Zugleich würde der Schwerpunkt auch dort liegen, wo Tumore an sehr kritischen Strukturen sind. „Also die Schädelbasis, das Gehirn, neben dem Rückenmark, dort wo man hohe Dosen applizieren muss, aber gleichzeitig kritische Organe schonen muss.“ 

550 Behandlungen in einem Jahr

Insgesamt 550 Patientinnen und Patienten wurden im vergangenen Jahr bei MedAustron behandelt. Wenn man mit Krebserkrankung gerne in Wiener Neustadt behandelt werden wollen würden, stünden die Chancen „sehr gut, wenn sie als Patient der richtige Kandidat sind“, erklärt Hug. „Wenn bei ihrem Ärzteteam die Entscheidung gefallen ist, dass sie Strahlentherapie brauchen, dann reden sie mit ihrem Radioonkologen und fragen sie ihn, ob sie für uns in Frage kommen.“ 

Wir haben jetzt drei Behandlungsräume und hoffen sehr, in den nächsten Jahren noch einmal zwei Räume dazuzubekommen. Letztlich versuchen wir realistischerweise in den kommenden Jahren statt den jetzt 550 eben doch auf 1.000 Patienten zu kommen“, so Hug. 

Krebs: bald als chronische Erkrankung?

Ob Krebs irgendwann einmal zu 100 Prozent heilbar sein wird, sei derzeit schwer zu beantworten. Man mache zunehmend Fortschritte, „indem wir im Einzelfall den Krebs besiegen können.“ Die wichtigere Frage sei laut Hug jedoch, ob man Krebs irgendwann in eine chronische Erkrankung überführen könne, ähnlich wie bei einer Herzerkrankung.

Bei einer chronischen Erkrankung brauche ein Patient „vielleicht immer mal wieder eine Therapie“, die Krankheit würde aber „letztlich nicht zu seinem Tod führen und ihm auch eine gute Lebensqualität“ geben.

Gute Erfolge nach zehn Jahren MedAustron

Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es das MedAustron in Wiener Neustadt. Die Erfolgsquote der Behandlungen allgemein zu fassen, sei schwierig, da man ein breites Spektrum von Erkrankungen dort behandeln würde. "Aber es ist zum Beispiel so, dass wir bei den weniger aggressiven Hirntumoren eine sehr gute Überlebensrate haben, die bei 80 oder 90 Prozent liegt“, so der ärztliche Direktor am MedAustron.