Gesundheit
Medikamenten-Engpässe: App schafft Abhilfe
17.02.2026Laut dem Verband der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler gibt es aktuell einen Engpass bei 1.300 Medikamenten. Das sei nichts Neues, heißt es von der Apothekerkammer Niederösterreich. Eine neue App könne aber bei der Suche nach Arzeinmitteln helfen.
Seit mehreren Jahren gebe es bereits immer wieder Engpässe bei Medikamenten, sagt Heinz Haberfeld, Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich. Normalerweise seien davon 600 bis 800 Medikamente betroffen, vor allem fiebersenkende Medikamente, Psychopharmaka, Antibiotika, Herz-Kreislauf- sowie Diabetesmedikamente. Derzeit sei die Lage in Niederösterreich aber nicht so dramatisch wie etwa zu Zeiten der Corona-Pandemie, beruhigt Haberfeld.
Die Engpässe sind ihm zufolge auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Einerseits würden viele Arzneimittel aus Indien oder China kommen. Wenn es dort zu Problemen kommt, etwa in Fabriken oder bei der Lieferung, wirke sich das auch auf Österreich aus. Zudem würden viele Medikamente aus zahlreichen Stoffen bestehen. Wenn nur einer davon nicht lieferbar sei, könne das bereits zu einem Engpass führen.
Außerdem seien die generischen Medikamente (Anm.: Nachahmepräparate von Arzneimitteln, deren Patentschutz abgelaufen ist) hierzulande verglichen zu anderen EU-Ländern extrem billig, kritisiert Haberfeld. Oft liege ihr Preis sogar unter der Rezeptgebühr. Unternehmen würden deshalb oft zuerst an größere Länder mit höheren Preisen verkaufen.
App hilft bei Suche nach Medikamenten
In den meisten Fällen finde man bei Engpässen allerdings eine Lösung, meint der Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich. Bei vielen Medikamenten könne man etwa auf Produkte anderer Firmen zurückgreifen, z.B. bei Schmerzmitteln.
Er verweist außerdem auf die neue "ApoApp“. Wer ein bestimmtes Medikament braucht, könne dort nachschauen, welche Apotheken es lagernd haben und es telefonisch reservieren, so Haberfeld – mehr dazu in Neue Apotheken-App hilft bei Medikamentensuche. Rund die Hälfte der 760 niederösterreichischen Apotheken würde dort bereits ihre Lagerstände einmelden. Die Bestände würden zudem regelmäßig aktualisiert.
Problematisch werde es hingegen, wenn Menschen auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, etwa weil es nur einen Hersteller gebe, so Haberfeld. Das könne beispielsweise Parkinson- oder Epilepsieerkrankte betreffen. Hier sei im schlimmsten Fall eine Umstellung von Medikamenten und Therapie notwendig. Grundsätzlich sollten der Großhandel und die Apotheken bei Engpässen aber zumindest für ein paar Wochen lieferfähig sein, so Haberfeld.