Vermutung

Naturparadies Badesiedlung für Bauprojekt geopfert?

21.04.2026

In St. Andrä-Wördern gehen gerade die Wogen hoch, weil in der Badesiedlung Straßenbreiten bis 6m kommen sollen, was die Badesiedlung völlig zerstören würde. 

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Von einem Insider wurde oe24 zugespielt, dass ein Aspekt in dieser Geschichte aufgetaucht ist, der erklären würde, warum die Bürgermeisterin Susanne Kittinger (ÖVP) so vehement auf diese Umwidmung drängt und gleichzeitig immer wieder versichert, dass die Widmung Verkehrsfläche ohnehin nicht umgesetzt werden soll.

Darum geht es

Die Bürgermeisterin Susanne Kittinger ÖVP will die Flächenwidmung in der Badesiedlung derart abändern, dass Bauland der Badesiedler in Verkehrsfläche umgewidmet wird. Ihr Argument dafür ist die Rechtssicherheit. Könnten dabei vielmehr finanzielle Fragen in der Familie der Bürgermeisterin ein Rolle spielen? Durch die Umwidmung in der Badesiedlung werden cirka 9.000 m² der heiß begehrten Baulandreserve frei. Denn derzeit ist die Baulandreserve voll belegt und es kann kein neues Bauland mehr gewidmet werden.

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"Private Anliegen der Frau Bürgermeisterin?“
Seit einiger Zeit gibt es schon den Wunsch der Bürgermeisterin einige Grundstücke ihres Bruders in der Mozartgasse umzuwidmen. Die Gesamtfläche der Grundstücke mit unterschiedlichen Besitzverhältnissen beläuft sich auf 32.103 m². Die Fläche ist so groß, dass ein neuer Stadteil errichtet werden kann. Der Gewinn für die Umwidmung würde sich für die gesamte Fläche auf ca. 14,5 Millionen Euro belaufen.

Bürgermeisterin: Baufirma in der Familie

Alleine die zur Diskussion stehenden 9.000 m² der umgewidmeten Badesiedlung würden schon einen Widmungsgewinn von ca. 4,0 Millionen Euro ausmachen. In der Familie der Bürgermeisterin gibt es auch eine Immobiliengesellschaft, die wohl Interesse an dem Bauland haben dürfte. Bei einer Bebaungsdichte von 40 % und Bauklasse III lassen sich bis zu 26.000 m² Wohnnutzfläche errichten. Damit würde sich ein Gewinn von 31,0 Millionen Euro erzielen lassen.

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Die große Vermutung

Könnte es sein, dass die Frau Bürgermeisterin für ihre privaten Interessen die Badesiedler „vor den Bus“ wirft? Die naturbelassenen und verkehrsberuhigten Gassen der Siedlung sollen dem Autoverkehr weichen: Ein Plan, der der allgemeinen Entwicklung entgegensteht und der von den Bürgern überwiegend (außer jenen natürlich, die davon profitieren) nicht gewünscht wird. Die schwerwiegende, weitreichend und große Frage ist somit: Soll dieser Plan umgesetzt werden, um möglicherweise private Anliegen der Frau Bürgermeisterin zu bedienen?

Zur Vorgeschichte

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Die Gemeinde St. Andrä-Wördern holt ein vor 30 Jahren entstandenes Projekt 6 Meter breiter Straßen in der Badesiedlung Greifenstein-Altenberg trotz erheblicher Umwelt- und Sicherheitsbedenken wieder aus der Schublade hervor und will es gegen den Willen der BewohnerInnen und sämtlicher Siedlervereine und im Widerspruch zu von Gemeindevertretern ausdrücklich gemachten Zusagen nun durchziehen.

Das würde in der Ansicht der Bürgerinitiative bedeuten

 

  • Erhöhung und Beschleunigung des Autoverkehrs
  • Gefährdung der Sicherheit von FußgängerInnen, RadfahrerInnen, Kindern und Tieren
  • mehr Abgase, Lärm und Staub
  • Anstieg der Bodenversiegelung
  • ⁠Zerstörung von Kilometern grüner Hecken
  • Verkleinerung hunderter Gärten
  • Verlust von Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen
  • nachhaltige Veränderung des historischen Charakters der Badesiedlung

Es gibt eine Petition, die schon 2000 enttäuschte Bürger unterschrieben haben

https://mein.aufstehn.at/petitions/natur-erhalten-nein-zur-strassenverbreiterung-in-der-badesiedlung-greifenstein-altenberg-2?source=whatsapp&utm_source=whatsapp&share=8c72cc56-9327-4150-a64f-dde8cb200b30  

Aktuelle Entwicklung

Die an und für sich für heute angesetzte Gemeinderatssitzung ist kurzfristig abgesagt worden, weil der - mediale und bürgerwirksame -Druck offenbar zu groß geworden ist. 

Heute Demonstration

Unter dem Motto "NATUR BEWAHREN IN GREIFENSTEIN" hat sich eine Bürgerinitiative etabliert: Ob mit dem Rad, zu Fuß, öffentlich oder mit dem Auto –, heißt es von deren Seite, "komm zur Kundgebung ,Nein zur Straßenverbreiterung' am 21.04.2026, um 18:30, vor dem Gemeindeamt, Altgasse 30, 3423 St. Andrä-Wördern."