Kurios
NÖ als einziges Bundesland ohne Kältetelefon: SPÖ-Bundesräte stellen Forderung
09.01.2026Während Österreich von einer massiven Kältewelle erfasst wird, ist Niederösterreich das einzige Bundesland ohne Kältetelefon. Die SPÖ-Bundesräte Fischer und Peterl starten nun eine gemeinsame Initiative.
„Die Kälte macht vor der niederösterreichischen Landesgrenze nicht halt. Was in allen anderen Bundesländern selbstverständlich ist, sollte auch in Niederösterreich möglich sein. Das wäre eine gute Gelegenheit, parteiübergreifend an einem Strang zu ziehen. Denn die nächste Kältewelle kommt bestimmt!“, so Christian Fischer, SPÖ-Fraktionschef im Bundesrat.
NÖ als blinder Fleck
In acht von neun Bundesländern gibt es bereits eine zentrale Telefonnummer, über die Hilfe organisiert werden kann, wenn Menschen der Kälte schutzlos ausgeliefert sind. Nur Niederösterreich ist hier weiterhin ein blinder Fleck. Aussagen, ein Kältetelefon funktioniere in einem Flächenbundesland wie Niederösterreich nicht, entgegnet Martin Peterl, SPÖ-Sprecher für Einsatzorganisationen im Bundesrat: „In anderen Bundesländern, etwa in Kärnten oder der Steiermark, funktioniert es auch. Der Weg der Menschlichkeit steht über allem! Wo der politische Wille da ist, da gibt es auch einen Weg!“
Flächendeckende Hilfe
Konkret wollen die SPÖ-Bundesräte eine zentrale Telefonnummer für ganz Niederösterreich, die Hilferufe entgegennimmt und rasch Einsätze koordiniert. So könnten Betroffene in warme Notschlafstellen gebracht oder bei Unterstützungsangeboten wie dem Wohnschirm unterstützt werden. Besonders wichtig sei den Initiatorinnen und Initiatoren, dass dabei auch der ländliche Raum umfassend abgedeckt wird, damit niemand in der Kälte alleingelassen wird. Ins Rollen gebracht wurde die Initiative gemeinsam mit der SPÖ-Bezirksgeschäftsführerin in Lilienfeld, Anna Indra. Gemeinsam mit den Bundesräten betont sie abschließend: „Ein Kältetelefon kann Leben retten – das muss es uns allen Wert sein!“
Unmittelbare Reaktion der VPNÖ
Die Redaktion von oe24.at erreichte ein Anruf auf dem Büro der Volkspartei Niederösterreich. Demnach liege die Zuständigkeit rund um Kältetelefone tatsächlich bei SPÖNÖ-Landesrätin Eva Prischl.
In einem entsprechenden NÖN-Artikel hieß es zu diesem Thema: "Aus dem Büro von Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) heißt es, dass auch abseits der Ballungsräume St. Pölten und Wr. Neustadt für die nötige Betreuung gesorgt sei. Durch ein über Jahrzehnte hinweg bestens eingespieltes Netzwerk zwischen Sozialvereinen, Bezirksverwaltungsbehörden, Rettung und Polizei kann Menschen in der Not, ebenso aufgrund von Kälte, geholfen und im Bedarfsfall ein geeignetes Betreuungsangebot gefunden werden. Somit sei ein Kältetelefon in diesen Regionen nicht nötig, so Königsberger-Ludwig.
Sicherlich eine spannende Wende in der Berichterstattung.