Pilotprojekt

Region Schmidatal-Manhartsberg möchte Leerstand reduzieren

06.02.2026

Jedes achte Haus steht in der Region Schmidatal-Manhartsberg (Bezirk Hollabrunn) leer. Sechs Gemeinden haben sich nun zusammengetan und ein Pilotprojekt gestartet, um das zu ändern. Dabei sollen Eigentümer unter anderem zu Gesprächen eingeladen werden. 

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© APA/TANJA UNGERBÖCK
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Die sechs Gemeinden Heldenberg, Hohenwarth-Mühlbach, Ravelsbach, Sitzendorf a. d. Schmida, Ziersdorf und Maissau (alle Bezirk Hollabrunn) haben sich zusammengetan und wollen den Leerstand reduzieren.

Denn im Schnitt jedes achte Haus in den sechs Gemeinden steht mittlerweile leer. Für die Eigentümer bedeutet das im Jahr rund 800 Euro an Kosten, der Gemeinde fehlen jedoch jährlich hunderttausende Euro an Abgaben. "Leerstand wirkt sich einerseits bei den Einnahmen der Gemeinden aus, aber andererseits auch bei unseren Vereinen und Organisationen. Wenn uns die Bürgerinnen und Bürger fehlen, fehlt der Nachwuchs und so können manche Institutionen einfach nicht mehr weiterbestehen“, sagt der Bürgermeister von Sitzendorf, Florian Hinteregger (ÖVP). 

Wohnraum für 1.500 Personen

Über die nächsten zwei Jahre läuft daher ein Pilotprojekt in der Region. Die Kosten dafür betragen rund 78.000 Euro, was zu einem Großteil durch EU-Förderungen finanziert wird. In einem ersten Schritt wurden nun die konkreten Leerstandszahlen in den Orten erhoben.

"Wir haben einen Leerstand von 690 Gebäuden. Das ist ein Raumpotenzial von 1.500 Personen, die wir unterbringen könnten. Das überschreitet bei weitem den prognostizierten Zuwachs über die nächsten 25 Jahre“, so Projektleiterin Lena Weitschacher. 

Man müsse also in Wirklichkeit kein einziges Gebäude neu bauen. „Natürlich besteht da Sanierungsbedarf, aber die Flächen sind da“, so Weitschacher. Diese Potenziale sollten mehr genutzt werden, denn alles, was Gemeinden „neu erschließen müssen, kostet sehr viel Geld und Zeit“. Unter anderem müsse etwa „Infrastruktur neu errichtet werden“, sagt Weitschacher. Daher sollen nun im Zuge des Projekts Eigentümer zu Gesprächen eingeladen werden, um die Gründe für den Leerstand zu ermitteln. Dabei werde es etwa auch das Angebot für Beratungen zur Finanzierung einer Sanierung oder auch zu Rechts-, Miet- und Pachtfragen geben. Auch Workshops und Wanderausstellungen sind in der Region geplant. Das Pilotprojekt soll nach Abschluss auch für andere Gemeinden und Regionen zum Vorbild werden. Denn das Problem betreffe auch andere Orte, erzählt Bürgermeister Florian Hinteregger. "Wir sind in regelmäßigen Austausch mit unterschiedlichsten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und auch die berichten, dass sie verschiedenste Ansätze probieren, um im Leerstand etwas zu tun“, so der Ortschef.