Ausstellungen

Schiele vs. Kokoschka: Künstler-Rivalität als Museums-Erlebnis

06.04.2026

Zwei Künstler in einem Duell ohne Worte, das die Museen in Tulln und Pöchlarn in den Blickpunkt des Interesses rücken. Mit Originalwerken, neuen Ausstellungsräumen und sogar Virtual Reality wird die Rivalität für Besucher wieder greifbar.

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© Kokoschka Museum Pöchlarn
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Es ist eine Beziehung, die bis heute fasziniert - mit zwei bekannten Namen, deren Egos ebenso groß waren. In Niederösterreich rücken dieser Tage gleich zwei Museen - in Tulln und in Pöchlarn - das spannungsgeladene Verhältnis von Egon Schiele und Oskar Kokoschka mit ihren Ausstellungen ins Rampenlicht.

© Kokoschka Museum Pöchlarn

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wirbelten die beiden Ausnahmekünstler aus Tulln und Pöchlarn die Kunstszene auf. 1909 sorgten sie erstmals international für Aufsehen - der Startschuss für eine besondere Rivalität. Schiele orientierte sich am etwas älteren Kokoschka, sammelte sogar dessen Werke und setzte sich intensiv mit ihm auseinander. Ganz anders Kokoschka: Er blendete Schiele demonstrativ aus. Trotz dieser Distanz blieb die Konkurrenz in einem stillen Kräftemessen deutlich spürbar.

Inhaltlich gab es bedeutende Parallelen: Beide Künstler experimentierten mit Selbstporträts und inszenierten sich als Außenseiter ihrer Zeit. Nach dem Tod von Gustav Klimt 1918 spitzte sich die Rivalität zu, beide sahen sich als legitime Nachfolger. Doch noch im selben Jahr starb Schiele mit nur 28 Jahren. Kokoschka glaubte, damit aus dessen Schatten zu treten, ein Irrtum, denn Schieles Bedeutung wuchs später weiter an.