NÖ-Industriegipfel

SPÖ-Hergovich gegen geforderte Stunde Mehrarbeit

15.01.2026

Gestern unterzeichneten die Landeshauptleute Johanna Mikl-Leitner und Thomas Stelzer (beide ÖVP) sowie die IV-Landespräsidenten Kari Ochsner (NÖ) und Thomas Bründl (OÖ) das sog. "Industriemanifest", das u.a. eine Anhebung der Wochenarbeitszeit vorsieht. Die SPÖ NÖ ist strikt dagegen. 

Zur Vollversion des Artikels
© SPÖ NÖ
Zur Vollversion des Artikels

Beim gestrigen Industriegipfel wurden auch neue Ideen und Denkanstöße für Reformansätze eingebracht. Im Anschluss daran wurde ein gemeinsames Industriemanifest unterzeichnet. Insbesondere ein Denkansatz löste heftigen Widerstand seitens der SPÖ NÖ aus.

"Industriegipfel NÖ-OÖ": Industrie nimmt Kurs auf

In einer entsprechenden APA-Aussendung hieß es: "Berechnungen zeigen, dass allein in der Industrie eine Anhebung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde, von 38,5 auf 39,5 Stunden, über eine Milliarde Euro zusätzliches Bruttoinlandsprodukt bringt – obwohl die Arbeitszeit damit weiterhin unter dem Niveau vieler europäischer Industrieländer oder auch der österreichischen gesetzlichen Normalarbeitszeit liegt; über die gesamte Wirtschaft betrachtet ist das Potenzial ein Vielfaches größer."

SPÖ-Hergovich: "Arbeit ist nicht gratis!"

Darauf replizierte SPÖ NÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich nun direkt in einer Aussendung, wo es heißt: "Die Vorstellung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im vorgestellten Industriemanifest, dass die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher künftig eine Stunde pro Woche zusätzlich gratis für ihre Arbeitgeber arbeiten sollen, lehnen wir klar ab. Arbeit ist nicht gratis, sondern gehört fair entlohnt." Gratis-Arbeit lehne die SPÖ NÖ klar ab. "Jede Arbeitsstunde gehört fair entlohnt. Gratis-Arbeit ist seit Jahrhunderten abgeschafft. Das sollte sich auch zur ÖVP durchgesprochen haben“, so Hergovich.

© Büro Landeshauptfrau

"EVN muss endlich Tarife senken"

Die Industrie in Niederösterreich kämpfe aktuell mit großen Problemen, so sei die Industrieproduktion um 10% eingebrochen, erklärt Hergovich, der abschließt mit dem Statement: "Statt unsinniger Ideen sollte Schwarz-Blau endlich ein Konjunkturpaket auflegen, wie es die SPÖ Niederösterreich schon lange vorschlägt. Auch die EVN muss endlich, ihre Tarife senken. Das würde der Industrie deutlich helfen. Gratis-Arbeit ist hingegen inakzeptabel."  

Auch noch länger arbeiten?

Bleibt abzuwarten, ob vonseiten des politischen Mitbewerbs in Niederösterreich noch eine Reaktion kommt, zu folgender Aussage, die im Industriemanifest niedergeschrieben wurde: "Beim zweiten Stellhebel geht es um das faktische Pensionsantrittsalter: Bleiben Menschen im Schnitt nur rund zwei Prozent länger im Erwerbsleben, das entspricht einem Jahr, ergibt sich ein zusätzlicher BIP-Effekt von mehr als 4 Mrd. Euro. Gleichzeitig wird das Pensionssystem deutlich entlastet." Länger sollen wir also auch noch arbeiten?

VPNÖ-Zauner: "Bleiben wir bitte bei der Wahrheit, Herr Hergovich!"

VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner stellt unmissverständlich - und schon kurze Zeit nach der Pressemitteilung von Hergovich - klar: "Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ist klar gegen eine Arbeitszeitverlängerung. Das wäre der völlig falsche Ansatz. Die Aussagen von 'Gegen-eh-alles-Landesrat Hergovich' sind frei erfunden und haben mit dem Industriemanifest nichts zu tun. Wieso sich Gegen-eh-alles-Landesrat Hergovich als Sozialdemokrat gegen Maßnahmen ausspricht, die Arbeitsplätze absichern und gleichzeitig neue ermöglichen, dürfte sein ganz persönliches Geheimnis bleiben.“

Der Zugang der Volkspartei Niederösterreich sei eindeutig: Keine Arbeitszeitverlängerung, aber klare Anreize für mehr Vollzeit und mehr Leistung. Zauner: "Wir müssen Vollzeitarbeit attraktiver machen, indem wir die Lohnnebenkosten senken. So sichern wir nachhaltig Arbeitsplätze und unseren Wirtschaftsstandort." Dazu gehöre auch eine konsequente Sozialpolitik: "Arbeit muss sich immer mehr lohnen als der Bezug von Sozialleistungen. Unser Grundsatz ist klar: Werkbank vor Hängematte“, betont Zauner abschließend.

Zur Vollversion des Artikels