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St. Pölten:30 Absolventen des Interprofessionellen Palliativ-Basislehrgangs ausgezeichnet
22.01.2026Im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten wurden 30 Absolventen des Interprofessionellen Palliativ-Basislehrgangs (IPBL) 2026 feierlich ausgezeichnet. Die Zertifikate überreichte Landesrat Anton Kasser (ÖVP) in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Die NÖ Hospiz- und Palliativlandschaft zeigt sich stolz auf den engagierten Nachwuchs qualifizierter Professionisten. Die neuen Absolventen leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass Qualität in Hospiz und Palliative Care stetig steigt – mit einem klaren Fokus auf die individuellen Bedürfnisse der lebensbedrohlich und/oder lebensverkürzend erkrankten Personen sowie ihres Familien- und Bezugssystems.
Zentraler Bestandteil menschlicher und zukunftsfähiger Gesundheitsversorgung
"Palliative Care ist ein zentraler Bestandteil einer menschlichen und zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung. Es geht darum, Menschen am Lebensende Sicherheit, Würde und bestmögliche Lebensqualität zu geben. Gut ausgebildete Fachkräfte sind dafür unverzichtbar - der Palliativ-Basislehrgang leistet hier einen ganz wesentlichen Beitrag", so Landesrat Anton Kasser. „In einer alternden Gesellschaft und damit einhergehender Zunahme chronischer Erkrankungen wächst der Bedarf an professioneller Begleitung insbesondere am Lebensende und hinsichtlich der Gestaltung der letzten Lebenszeit unter bestmöglicher Lebensqualität. Unser Auftrag ist es zum Ziel beizutragen, dass Menschen in dieser sensiblen Phase Sicherheit, Würde und Menschlichkeit durch professionelles Gesundheits- und Pflegepersonal erhalten. Der IPBL vermittelt genau jene fachlichen, sozialen und ethischen Kompetenzen, die dafür notwendig sind“, betont Petra Kozisnik, Geschäftsführerin vom Landesverband Hospiz NÖ.
Hospiz und Palliative Care folgt keinem Verwaltungsakt
Diese Haltung ist auch vor dem Hintergrund der jüngsten Berichterstattung zur sogenannten Gastpatientenregelung von zentraler Bedeutung. Der Landesverband Hospiz NÖ bedauert zutiefst, wenn schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen durch organisatorische Unsicherheiten zusätzlich belastet werden. „Hospiz und Palliative Care folgt keinem Verwaltungsakt, sondern einem menschlichen Auftrag: Menschen in ihrer letzten Lebensphase bestmöglich zu begleiten. Gerade am Lebensende müssen Verlässlichkeit, klare Strukturen und menschliche Lösungen im Vordergrund stehen“, so Petra Kozisnik. In der Praxis arbeiten Hospiz- und Palliativeinrichtungen seit vielen Jahren über Landesgrenzen hinweg eng zusammen. Wenn Kapazitäten an einem Ort erschöpft sind, wird gemeinsam nach Alternativen gesucht – mit dem Ziel, niemanden allein zu lassen. Gleichzeitig steht die Versorgung insgesamt unter hohem Druck: steigender Bedarf und komplexe organisatorische Rahmenbedingungen stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen.
Interprofessionell und praxisnah
30 Teilnehmer schlossen den Lehrgang 2026 erfolgreich ab. Besonders erfreulich ist der anhaltende Trend zur interprofessionellen Weiterbildung: Fachpersonen aus Pflege, Medizin, Sozialarbeit, Seelsorge und medizinisch-technischen Diensten entscheiden sich zunehmend für eine Spezialisierung im Bereich Palliative Care. Der IPBL umfasst zwei Semester mit 168 Unterrichtseinheiten sowie ein 40-stündiges Praktikum. Der Abschluss berechtigt zur Teilnahme am Universitätslehrgang Palliative Care an der Paracelsus Medizinischen Universität (PMU) Salzburg. Darüber hinaus stellt der IPBL eine formale Qualifikationsanforderung für die Tätigkeit in der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung dar. In NÖ wird diese Anforderung im Sinne einer qualitativ hochwertigen Hospiz- und Palliativversorgung konsequent umgesetzt. Die Finanzierung der Weiterbildung für Mitarbeitende in spezialisierten Hospiz- und Palliativeinrichtungen erfolgt durch das Amt der NÖ Landesregierung aus Mitteln des Hospiz- und Palliativfonds, was wesentliche Barrieren in der Inanspruchnahme der Weiterbildung reduziert.