Zukunft ungewiss

Stadt Korneuburg erteilt Investorenprojekt bei Schiffswerft Absage

01.05.2026

Die Zukunft der ehemaligen Schiffswerft in Korneuburg bleibt ungewiss. Die Stadt erteilte einem Investorenprojekt, das eine Signa-Tochter eingefädelt hat, eine Absage. Kommt es zu keiner Einigung, droht ein Einzelverkauf der Grundstücke. 

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Die Stadt Korneuburg hat ein Angebot für die Entwicklung des Areals abgelehnt, obwohl laut Signa-Vertretern ein internationaler Investor bereitgestanden wäre. Kolportiert wurde ein Investitionsvolumen von rund 200 Millionen Euro. Konkret ging es um einen internationalen Bildungscampus mit Wohnmöglichkeiten, Hotel, Sporthallen, Eisflächen, Gym und Freiflächen. Bürgermeister Christian Gepp (ÖVP) bestätigt gegenüber ORF NÖ, dass die Stadt das Projekt geprüft und bewusst verworfen hat.

Kein ausreichender Mehrwert für die Bevölkerung 

Aus Sicht der Stadt habe das Konzept "nicht zu 100 Prozent überzeugt“, so Gepp. Entscheidend sei gewesen, dass kein ausreichender Mehrwert für die Bevölkerung erkennbar gewesen sei. Die Stadt verfolgt laut Gepp das Ziel, auf dem Areal einen neuen Stadtteil für die Korneuburger Bevölkerung zu entwickeln, mit leistbarem Wohnen, Kulturangeboten und öffentlichem Zugang zur Donau. Ein Projekt, das vor allem internationale Studierende anzieht, werfe hingegen Fragen auf. Unklar sei etwa gewesen, inwieweit auch regionale Nutzer davon profitieren würden. Zudem gebe es in der Bevölkerung Vorbehalte gegenüber einer stärkeren Verbauung des Areals.

Kritik gegenüber früheren Entwicklungen

Die ursprünglichen Pläne gehen auf die inzwischen insolvente Signa Holding zurück. Laut Gepp sei jedoch nie ein „verträgliches Gesamtprojekt“ präsentiert worden. Die Stadt habe rund 100 Stunden in die gemeinsame Projektentwicklung investiert, letztlich sei man sich aber in zentralen Fragen nicht einig geworden. Besonders kritisch sieht die Stadt die frühere Ausrichtung auf hochpreisige Immobilien. Das Areal solle "kein Viertel für Superreiche“ werden, wünschenswert wäre aus Sicht der Stadt langfristig, dass eine zukünftige Nutzung der Bevölkerung zugutekommt. Auch Fragen der Verkehrszubringung wären noch offengeblieben. 

Kommende Insolvenz erzeugt Druck

Wie zuletzt mehrere Medien berichteten, wachse gleichzeitig der Druck: Im Umfeld der Signa-Entwicklungsgesellschaft könnte bereits in den kommenden Tagen eine weitere Insolvenz folgen. Hintergrund sei ein auslaufendes Stillhalteabkommen mit einer finanzierenden Bank. Markus Neurauter, Vorstand Signa Development Selection AG, bestätigt die Medienberichte. Neurauter rechne mit einer Insolvenz, wie er sagt. Ohne Einigung drohe ein Notverkauf der Grundstücke. In diesem Fall könnten die Flächen einzeln veräußert werden. Eine koordinierte Gesamtentwicklung des Areals wäre damit deutlich schwieriger. Ob es noch zu einer Einigung kommt, ist unklar. Die Stadt zeigt sich grundsätzlich offen für Gespräche, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ein Projekt mit den eigenen Zielvorstellungen vereinbar ist.