Nachfolge
Stift Altenburg: P. Albert Groiß zum Administrator gewählt
27.02.2026
Bisheriger Pfarrer von Horn und des Pfarrverbands im Horner Becken leitet Kloster für drei Jahre als Nachfolger von Abt Thomas Renner - Offizieller Amtsantritt am 12. März.
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Das Benediktinerstift Altenburg steht unter neuer Führung. Der Horner Pfarrer P. Albert Groiß (60) wurde vom Konvent zum Administrator für drei Jahre gewählt, wie aus einer Mitteilung vom Freitag hervorgeht. Groiß folgt auf Abt Thomas Renner, dessen zwölfjährige Amtszeit abgelaufen war. Die Wahl fand bereits am 23. Februar unter Vorsitz des Abtpräses der Benediktiner, Abt Johannes Perkmann aus Stift Michaelbeuern, statt. Nach einer Bedenkzeit habe Groiß der Wahl zugestimmt, hieß es. Die Amtsübernahme mit Schlüsselübergabe durch den Abtpräses und Danksagung für den emeritierten Abt Renner ist für Donnerstag, 12. März, um 9 Uhr anberaumt.
Als neue Herausforderungen, die ihn nun erwarteten, nannte Groiß in der Aussendung "wirtschaftliche Fragestellungen und die Festigung der Klostergemeinschaft, damit wieder neue junge Mitglieder andocken können und Leben in die alten, durchbeteten Klostermauern einhauchen". Die Vision "Begeistert glauben - miteinander wachsen" - es ist auch jenes des von ihm geleiteten Pfarrverbandes - gelte auch für die Klostergemeinschaft.
Groiß gehört bereits seit 1985 der Gemeinschaft der Benediktiner von Altenburg an und war lange Zeit Mönch ohne Priesterweihe. Dabei hatte er die Aufgaben des Priors, Novizenmeisters, Gastpaters, Erziehers bei den Altenburger Sängerknaben und Leitung des Tourismus übernommen, während der Generalsanierung des Stiftes war er auch Baudirektor. Seine Aufgaben im Konvent waren zuletzt die des Kantors, des Bibliothekars und Archivars.
2011 wurde Groiß zum Priester geweiht und als Pfarrer von Horn und wenig später auch von Mödring eingesetzt. Seit 2020 ist er Moderator des neugegründeten "Pfarrverbandes im Horner Becken", das acht Pfarren umfasst, darunter die Altenburger Stiftspfarren Strögen-Frauenhofen, Röhrenbach, St. Marein, die Diözesanpfarre Dietmannsdorf und die Titularpfarren des Stiftes Klosterneuburg St. Bernhard und Neukirche. Dabei unterstützen ihn P. Clemens Hainzl als Vikar, P. Shyne Kurian als Kaplan und Christian Zeitlberger als Pastoralassistent. Über die künftige Aufgabenverteilung werde noch entschieden, hieß es.
Fast 900-jährige Geschichte
Stift Altenburg wurde 1144 von Gräfin Hildburg von Poigen und ihrem Sohn Hermann von Benediktinern aus St. Lambrecht gegründet. In der Gotik entstand eine bedeutende Klosteranlage mit Basilika. Trotz Zerstörungen, etwa in den Hussitenkriegen, blieb das klösterliche Leben bestehen, wovon der mittelalterliche Kreuzgang zeugt. Im 18. Jahrhundert erhielt das Stift unter Abt Placidus Much seine barocke Prägung. Mit Baumeister Josef Munggenast und Maler Paul Troger entstand ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Fresken und Stuck. Nach der Aufhebung 1940 und Jahren der Nutzung durch die Besatzungsmacht begann 1947 der Wiederaufbau.
Heute ist das Stift ein beliebtes Ausflugsziel und verfügt über rund 400 Hektar Landwirtschaft und 2.800 Hektar Wald, die nachhaltig bewirtschaftet werden. Das traditionsreiche Stiftsweingut im Weinviertel besteht seit dem 18. Jahrhundert und kooperiert heute mit dem Bio-Weingut Gruber. Die Benediktinergemeinschaft, die Groiß künftig als Administrator leiten wird, umfasst derzeit neun Mönche.