Feuerwehr-Einsatz

Überschwemmungen in Ostösterreich

04.06.2008

Heftiger Regen hat binnen einer Stunde 100 Häuser im Bezirk Neunkirchen (NÖ) geflutet. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

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Rund 100 Häuser sind aufgrund von heftigem Regen am Dienstagabend in Ternitz (Bezirk Neunkirchen) binnen einer Stunde überflutet worden. Etwa 500 Feuerwehrleute standen bis 23.30 Uhr im Einsatz, die Aufräumarbeiten wurden am Mittwoch fortgesetzt, berichtete NÖ Landesfeuerwehrsprecher Thomas Neuhauser.

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Sandsäcke als Sicherung
Überflutete Keller sowie überschwemmte und folglich teilweise gesperrte Straßen machten den Kräften der 32 Wehren zu schaffen. Zahlreiche Sandsäcke wurden zur Sicherung postiert. Über 100 Einsätze mussten in kürzester Zeit abgearbeitet werden, so Jörg Toman von der Freiwilligen Feuerwehr Ternitz.

Vermehrt Unwetter-Einsätze gab es am Dienstagabend für Freiwillige Feuerwehren auch in den Bezirken Bruck an der Leitha, Baden und Wiener Neustadt. Die Kräfte mussten Aufräum- und Auspumparbeiten durchführen, so Neuhauser.

Burgenland überflutet
Auch im Burgenland waren Dienstagabend nach wolkenbruchartigen Regenfällen Feuerwehren praktisch in allen Landesteilen im Einsatz. Dutzende Keller mussten ausgepumpt werden. Besonders betroffen waren nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos Teile des Bezirkes Neusiedl am See. Zwischen Winden und Jois drohte das Wasser eine Bahnlinie zu unterspülen. Auch Brandalarm durch Blitzschlag wurde einige Male ausgelöst.

Einsätze wegen Pumparbeiten verteilten sich auf das ganze Land, schilderte Johann Zehetbauer von der Feuerwehralarmzentrale in Eisenstadt. Zwischen Winden und Jois hatte sich in einer Geländemulde entlang der Bahnlinie Wasser gestaut. Dadurch bestand die Gefahr, dass der Schotter ausgespült und die Schienen teilweise freigelegt würden. Nachdem ein Lokführer die Situation geschildert hatte, rückten die Feuerwehr und ein Bautrupp der Bahn aus. Für den Bahnverkehr sei örtlich ein Tempolimit von 30 km/h angeordnet worden.

Gewittergefahr noch nicht gebannt
Im Westen drückt eine gewichtige Wetterfront nach Tirol herein. Mit Katastrophen rechnen die Experten nicht, einzelne Ausuferungen sind aber möglich. Es könne lokal bei Starkregenfällen zu Hochwasser und Vermurungen an Wildbächen mit kleinen Einzugsgebieten kommen, so Experten. Mit einem großen Ereignis rechneten sie aber Dienstagvormittag nicht. Bauer bestätigt: „Es sind zwar durchaus beachtliche Regenmengen zu erwarten, aber bei Weitem nicht jene von 2005.“ Man sei natürlich in Bereitschaft.

50 Liter Regen pro Quadratmeter
Auch im Osten ist die Gewittergefahr noch nicht gebannt. Man halte Gummistiefel bereit: Im Osten könnten binnen 24 Stunden bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter niedergehen. Nur Oberösterreich und Salzburg sollten großteils verschont bleiben.

Äußerst labile Luftmassen machen es den Meteorologen derzeit schwer, treffsichere Voraussagen zu produzieren. "Die Modelle schwanken extrem", hieß es auf der Hohen Warte. Im Osten sollte es ab Freitag ruhiger sein, im Westen und Süden ist aber weiterhin mit heftigen Regenschauern zu rechnen.

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