Neugestaltung
Unsere wildesten "LOST PLACES" erleben ein Comeback
11.05.2026121 leere Industrie-Ruinen, 112 Hektar Brachland in Niederösterreich - doch jetzt kämpft ein Architekturnetzwerk für die spektakuläre Rettung dieser vergessenen Orte!
Verfallene Fabrikhallen, zerbrochene Fensterscheiben, überwucherte Areale – Niederösterreich hat ein massives Problem mit seinen "Lost Places". Doch jetzt schlägt das Architekturnetzwerk ORTE Alarm und zeigt: Diese Ruinen können zu echten Vorzeige-Projekten werden! Allein die Wirtschaftsagentur ecoplus hat in einer Gemeinde-Umfrage 121 leere Industrie-Objekte mit einer Fläche von satten 112 Hektar erhoben. Brachland, das niemand will – aber das enorme Chancen birgt. Denn wer brach liegt, hat nicht nur den Boden bereits verbraucht, sondern auch massenhaft sogenannte graue Energie in Form von Mauerwerk gebunden. ORTE-Geschäftsführerin Heidrun Schlögl bringt es auf den Punkt: "Wir brauchen dringend eine Reparaturhaltung, vor allem in der Baukultur. Wir müssen das, was wir haben, wieder in Stand setzen und mit neuen Nutzungen füllen – auch wenn es oft nur temporär ist!"
"(G)runderneuert"
Genau dafür steht die Exkursions-Serie „(G)runderneuert" – und die ist so gefragt, dass die Plätze im Nu vergriffen sind! Planer, Uni-Experten, Mitglieder vom Umweltbundesamt, aber auch Ärztinnen und Lehrerinnen reißen sich um die Touren, bei denen die besten Rettungs-Geschichten Niederösterreichs live besichtigt werden können. Vier spektakuläre Beispiele wurden bereits besucht – und die haben es in sich!
Glanzstoff-Fabrik in St. Pölten
Jänner 2008: Die Glanzstoff-Fabrik in St. Pölten brennt lichterloh – eine Ära endet in Flammen! Fast 20 Jahre später feiert das 21-Hektar-Areal ein spektakuläres Comeback. Unter dem Namen"Konerei" werden die geretteten historischen Hallen jetzt für Hochzeiten, Märkte, Firmenfeiern und Ausstellungen genutzt – 2.500 m² für Events aller Art. Und das ist erst der Anfang: Das gesamte Gelände soll als brandneues Stadtviertel namens „Glanzstadt" entwickelt werden – ein ganzes neues Stück St. Pölten entsteht auf altem Boden!
Ganz im Süden von St. Pölten schreibt der Industrie-Riese Voith seine Geschichte neu. Seit 1904 ist das deutsche Unternehmen hier ansässig, auf einem Areal von mehr als 150.000 Quadratmetern – mit beeindruckenden Stahlkonstruktionen, die den Fortschrittsgeist der Gründerzeit atmen. Einst gaben hier 2.500 Menschen ihrem Brotgeber treu, heute sind es nur noch 360 Mitarbeiter. Das Areal ist schlicht zu riesig. Die Lösung: Der Vorarlberger Beschlägehersteller Blum zieht ein! Kein einziger Quadratmeter neues Bauland wird versiegelt – stattdessen werden die historischen Hallen aufwendig saniert und modern weitergenutzt. ORTE schwärmt: „Ein Beispiel für die Transformation klassischer Industriearchitektur in eine nachhaltige Wirtschaftslandschaft!"
Zwischen Stift und Stadtmitte von Melk entsteht gerade etwas Unglaubliches
Die ehemalige Tischlerei Fürst wird zum europäischen Vorzeige-Quartier – gefördert vom renommierten New European Bauhaus-Programm der EU! Was hier bereits pulsiert: Co-Working-Spaces, eine Kleinkunstbühne mit 250 Sitzplätzen, Räume für Familien- und Kulturangebote, ein Hostel und ein Makerspace für Handwerk-Workshops mit Kindern und Jugendlichen. Und Projektentwickler Lukas Fürst denkt noch größer: "Wir holen Gastronomie ins Haus, wollen 150 neue Jobs schaffen, 50 Menschen sollen hier wohnen – und wir werden der kulturelle Versorger der ganzen Region!" Gebaut wird dabei bewusst nur in die Höhe, um den Flächenverbrauch auf ein Minimum zu drücken.
Und dann ist da noch die ehemalige Molkerei in Mank im Bezirk Melk
Einst Heimat der weit über die Region hinaus berühmten Manker Butter, heute ein devastiertes Areal hinter mächtigen Backsteinmauern. 2017 übernahm die Stadt das Gelände, räumte die alte Biogasanlage weg und begann zu träumen. 2026 wird dieser Traum Wirklichkeit: Die Molkerei weicht einem modernen, kompakten Stadtquartier mit 180 neuen Wohneinheiten, Handel und Grünflächen. Erinnerung trifft Zukunft – und Niederösterreich zeigt, wie es geht!