Gewitterzellen

Unwetter-Chaos in Niederösterreich: 80 Feuerwehreinsätze

27.06.2025

Ein heftiges Unwetter hat am Donnerstag über Teilen Niederösterreichs gewütet. Ganze Ortschaften standen unter Wasser, Keller wurden überflutet und Bäume stürzten um. Die Feuerwehren verzeichneten rund 80 Unwetter-Einsätze. 

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© FF LUDWEIS
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Innerhalb kurzer Zeit entluden sich mehrere Gewitterzellen mit heftigen Regenfällen und stürmischen Böen. Stark betroffen waren die Bezirke Horn, Zwettl, Gmünd, Krems und Waidhofen an der Thaya. Der Einsatzschwerpunkt lag dort in und um Groß-Siegharts. Bäume stürzten um, Keller liefen voll, eine Tiefgarage stand unter Wasser und Teile des Daches eines Fabrikgebäudes wurden abgerissen.

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In Ellends wurde die Landesstraße 60 durch abfließende Wassermassen unpassierbar, während in Weinern ein Baum nur knapp ein Wohnhaus verfehlte. Auch in Ludweis-Aigen mussten Keller leergepumpt und ein beinahe überlaufendes Auffangbecken mit Sandsäcken gesichert werden. In Drösiedl drang das Wasser direkt in den Ortskern ein. Insgesamt rückten 15 Feuerwehren in sieben Gemeinden aus, allein im Bezirk Waidhofen standen 164 Kräfte im Einsatz.

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Im Bezirk Hollabrunn konzentrierten sich die Unwettereinsätze auf den nördlichen Abschnitt. Dort waren 20 Feuerwehren mit 38 Einsätzen gefordert. Neben überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern sorgten auch beschädigte Stromleitungen für zusätzliche Gefahr. Zwei Einsatzstellen mussten abgesichert werden, bis die Leitungen stromlos geschaltet waren. Die Feuerwehrleute arbeiteten bis spät in die Nacht, um Straßen freizulegen, Schäden zu dokumentieren und Gefahrenstellen zu sichern.

Abgesagte Veranstaltungen

Noch vor dem ersten Donnerschlag reagierten Veranstalter vorsorglich auf die Wetterwarnungen. In Wieselburg wurde das Volksfest mitsamt einer Großveranstaltung der FPÖ abgesagt. Auch der Auftritt des Kabarettisten Gery Seidl auf der Tullner Donaubühne fiel ins Wasser. Die Aufräumarbeiten waren auch am Freitag vielerorts im Gang. Die Österreichische Hagelversicherung bezifferte den Schaden in der Landwirtschaft am Freitag alleine in Niederösterreich mit 400.000 Euro. 

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