Bevölkerung drängt
"Warten auf Wartezeitverkürzung": Krankentransporte unzumutbar lange: nicht da
12.02.2026Fälle von Patienten, die stundenlang auf einen Krankentransport warten müssen, sorgen im Waldviertel für großen Unmut. Für den Patientenanwalt Michael Prunbauer ist das "unzumutbar“. Die Politik fordert "maximal zwei Stunden“.
Es ist der bisher extremste Fall, der den Weg in die Medien fand: Bis zu sieben Stunden musste eine 93-jährige Waldviertlerin vergangene Woche im Spital in Gmünd ausharren, ehe sie zur weiteren Versorgung nach Zwettl gebracht wurde.
Intensivpatientin wartete 7 Stunden auf Transport
Bereits in den Wochen zuvor klagten Patienten öfter über sehr lange Wartezeiten. Im Fokus stehen die Sekundärtransporte, also Transporte von Patienten zwischen Spitälern oder von einem Spital zu einer Untersuchung. In mehreren Fällen mussten Betroffene bis zu vier Stunden warten. Die medizinische Vorständin der Landesgesundheitsagentur, Elisabeth Bräutigam, verwies auf 31 Beschwerden seit Jahresbeginn bei mehr als 7.400 Transporten. Warten sei immer belastend, aber das Ziel sei, "die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten“. Niederösterreichweit sei die durchschnittliche Wartezeit auf einen Krankentransport Ende Jänner bei 41 Minuten gelegen.
Patientenanwalt: "Muss deutlich schneller gehen“
Für Patientenanwalt Michael Prunbauer sei das "unzumutbar“ und "viel zu lange“, vor allem weil es um Menschen gehe, „denen es nicht gut geht, deshalb sind sie auch im Spital“. Zwar seien Wartezeiten von ein bis zwei Stunden bei Personen ohne „gravierendes Problem“ durchaus üblich, in dringenden Fällen, „etwa weil ich die Versorgung am jeweiligen Standort nicht durchführen kann“, müsse ein Transport aber "deutlich schneller gehen“.
Es sind nahezu "exklusiv" die Johanniter unterwegs
Für diese Sekundärtransporte sind seit Jahresbeginn in fast ganz Niederösterreich die Johanniter zuständig. Nachdem im Jänner die ersten Fälle öffentlich wurden, reagierte die Rettungsorganisation. Mittlerweile sind im Waldviertel, wo es die meisten Beschwerden wegen der Wartezeiten gab, fünf Autos fix stationiert. Zudem wird dort ein eigener Stützpunkt geprüft, hieß es auf Anfrage.
Für den Patientenanwalt seien damit aber noch nicht alle Probleme gelöst. Denn mit dem neuen Vertrag sind nun ausschließlich die Johanniter für die Transporte zuständig. "Eine Person, die dringend eine weiterführende medizinische Behandlung braucht, muss ohne Wenn und Aber und ohne Rücksicht auf die Rettungsorganisation in das nächste geeignete Spital gebracht werden“, fordert Prunbauer noch Verbesserungen.
Für solche dringlichen Fälle führt die Landesgesundheitsagentur (LGA) derzeit Gespräche mit anderen Rettungsorganisationen. Für alle anderen Transporte, also Patienten, die geplant in ein anderes Spital überstellt werden müssen, gibt es laut LGA einen aufrechten Vertrag mit den Johannitern.
Gesundheitslandesrat Kasser: "Klare Vorgabe“ der Politik
Allerdings drängte zuletzt auch der für die Landeskliniken zuständige Landesrat, Anton Kasser (ÖVP), auf Verbesserungen und legte am Mittwoch noch nach: "Wir geben jetzt eine klare Vorgabe: Maximal zwei Stunden Wartezeit. Wie das erreicht wird, gilt es bei dem gemeinsamen Termin verbindlich zu klären – entscheidend ist, dass der Transport unserer Patientinnen und Patienten endlich funktioniert.“
LGA: Zwei Stunden für alle "unrealistisch“
Eine Wartezeit von bis zu zwei Stunden erachtet die LGA wie der Patientenanwalt als „angemessen“. Das würde aktuell bei 92 Prozent der Patienten auch erreicht, die Forderung von Kasser, dass das für alle Fälle gilt, sei „unrealistisch, weil wir nach Dringlichkeit arbeiten müssen, und wenn ich etwa drei Patienten mit einem Herzinfarkt oder Schlaganfall habe, die einen Transport mit Arzt brauchen, dann ist der vierte, der nicht so dringlich eingestuft ist, der, der warten muss.“
Weitere Fahrzeuge ab nächster Woche
Ab nächstem Montag sollen drei weitere Transportfahrzeuge in Niederösterreich unterwegs sein, eines davon fix im Waldviertel, damit man in Spitzenzeiten, die meist zwischen 8.00 und 15.00 Uhr liegen, "die Ressourcen aufstocken können“ und die Wartezeiten so kurz wie möglich gehalten werden, sagt Bräutigam.
Die Versorgungskette zwischen Spitälern müsse „reibungslos“ funktionieren, betont Prunbauer und erinnert, dass solche Transporte durch den Gesundheitsplan des Landes mit weniger, dafür aber spezialisierteren Spitalsabteilungen künftig eine noch größere Rolle spielen werden: „Das ist auch für das Vertrauen der Bevölkerung wichtig, dass dieser Gesundheitsplan 2040 ihre Versorgung auch in Zukunft sicherstellen wird.“
Ambitioniertes Ziel: spezialisierte Krankenhäuser
Die Versorgungskette zwischen Spitälern müsse „reibungslos“ funktionieren, betont Prunbauer und erinnert, dass solche Transporte durch den Gesundheitsplan des Landes mit weniger, dafür aber spezialisierteren Spitalsabteilungen künftig eine noch größere Rolle spielen werden: „Das ist auch für das Vertrauen der Bevölkerung wichtig, dass dieser Gesundheitsplan 2040 ihre Versorgung auch in Zukunft sicherstellen wird.“