Existenzängste

WKNÖ: Automatenshops müssten nach Aus für Nikotinbeuteln und E-Zigaretten Sortiment erweitern

01.04.2026

Ab Mittwoch soll es neue Regeln für den Verkauf von Nikotinbeuteln und E-Zigaretten geben. Ab sofort dürfen sie nur noch in Trafiken bzw. Fachgeschäften verkauft werden, nicht mehr etwa in Automatenshops. Für Automatenbetreiber fällt damit ein lukratives Geschäft weg.

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Auf Knopfdruck bekommt man derzeit in Automatenshops rund um die Uhr Nikotinbeutel und E-Zigaretten. Diese sind vor allem bei jungen Menschen sehr beliebt. Damit ist jetzt aber Schluss: Die Produkte fallen ab Mittwoch unter das Tabakmonopol. 

Schutz für junge Menschen und Verlust für Shops

Die kleinen Beutel, die man sich unter die Lippe schiebt, wo sie dann Nikotin abgeben, gibt es damit nur noch in Trafiken, Liquids für E-Zigaretten nur noch in Trafiken und lizenzierten Fachgeschäften. Außerdem fällt nun die Tabaksteuer an, damit geht der Preis nach oben. Mit diesen neuen Regeln will man junge Menschen besser schützen. Das schmerzt aber die, für die Nikotinprodukte zum Geschäftsmodell geworden sind, eben etwa Automatenshop-Betreiber. „Die Gewinnspanne ist bei diesen Produkten sehr hoch. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres Sortiments, denn wir machen ein Viertel unseres Umsatzes damit“, erzählt Dietmar Mannert, der in der St. Pöltner Innenstadt einen Automatenshop betreibt.

Existenzängste für viele Shopbetreiber

Mannert spricht von einem niedrigen vierstelligen Betrag, der jetzt pro Monat wegfällt. Und mit dieser Herausforderung sei Mannert nicht allein, heißt es von der Wirtschaftskammer. Manche würden überlegen, wie sie ihr Sortiment erweitern könnten, sagt Armin Klauser, stellvertretender Spartengeschäftsführer der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer NÖ. „Aber es gibt viele, die sagen: So werden wir diese Shops nicht weiter betreiben können.“ Auch Dietmar Mannert bestätigt die schwierige Situation. „Ich habe glücklicherweise noch andere Standbeine in der Immobilien- und Autobranche. Aber wenn ich nur dieses Geschäft hätte, dann müsste ich zusperren“, so der Geschäftsmann. Viele Automatenshops könnten also schon bald aus dem Stadtbild verschwinden. Nicht sofort verschwinden müssen dort übrigens die Nikotinprodukte. Es gibt eine Übergangsfrist. Lagerbestände dürfen noch bis maximal Ende des Jahres verkauft werden.