Oberösterreich

Diskussion um Wasser-Schongebiet um Linz

20.11.2014

Die Wirtschaftskammer protestiert gegen den grünen Vorstoß.

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Ein neues Wasser-Schongebiet im Großraum Linz sorgt für Diskussionen. Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) unterzeichnete eine Verordnung zur Einrichtung des Schongebietes "Scharlinz", wie er in einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt gab. Die Stadt zeigte sich erfreut. Die Wirtschaftskammer protestierte.

Die Trinkwasserversorgungsanlage Scharlinz - laut Anschober die zweitgrößte öffentliche Oberösterreichs - dient permanent zur Trink-und Nutzwasserversorgung von rund 400.000 Menschen sowie der Unternehmen im Zentralraum des Bundeslandes. Sie wird als "unverzichtbar" eingestuft. Deswegen soll das Grundwasserschongebiet mit Flächen in Linz, Traun, Leonding, und Pasching per 1. März 2015 eingerichtet werden. Im Regelfall liefert das Wasserwerk rund ein Drittel der benötigten Mengen. Als der Brunnen Goldwörth im Sommer 2013 wegen des Hochwassers vier Monate lang ausfiel, deckte es sogar 70 Prozent. Der Rest kommt aus den Zapfstellen Plesching und Heilham.

„Lösung mit Augenmaß“
Weil es dort jedoch zu einem Interessenskonflikt zwischen Wasserschutz und wirtschaftlicher Nutzung kam, hat Anschober einen nach eigenen Angaben "in Oberösterreich noch nie da gewesenen Gesprächsprozess" gestartet. Mit jedem einzelnen besonders betroffenen Unternehmen habe eine Lösung mit Augenmaß gefunden werden können. Dies sei auch getestet worden: Alle von den Unternehmen thematisierten Ausbauprojekte hätten sich als genehmigungsfähig erwiesen. "Ein maßgeschneiderter Kompromiss ist gelungen", erklärte Anschober. Auch der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne) zeigten sich erfreut.

Kritik
Anders die Wirtschaftskammer Oberösterreich, die betont, dass man für den Schutz des Trinkwassers eintrete, aber: "Diese Vorgabe schadet dem Wirtschaftsstandort und ändert nichts an den Risiken des Wasserwerkes Scharlinz", kritisierte Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger. Es gehe um ein Herzstück des oberösterreichischen Wirtschaftsraumes mit ausgezeichneter Anbindung an Straße, Schiene und Luftverkehr. Das Schongebiet entwerte die Betriebsflächen und beeinträchtige künftige Investitionen. Dort würden sich rund 4.000 Betriebe mit rund 24.000 Mitarbeitern befinden. Viele Betriebe würden sich überlegen, diesen Standort mittelfristig zu verlassen. Die Wirtschaftskammer sicherte Betrieben, die sich gegen die Verordnung zur Wehr setzen, Unterstützung zu.

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