Schwere Vorwürfe
Spendengeld-Streit um Nonnen von Goldenstein eskaliert
26.01.2026Einer Unterstützerin der drei Schwestern werden "Unregelmäßigkeiten mit den Spendengeldern vorgeworfen". Die Frau weist die Vorwürfe zurück und spricht von "gespaltenem Helferteam".
Elsbethen. Um die drei betagten Nonnen von Goldenstein in Salzburg ist es zuletzt ruhig geworden. Im Team der Unterstützer der Frauen dürfte es jedoch weiterhin ziemlich brodeln. Wie am Montag bekannt wurde, hat eine Helferin der Frauen am 18. Jänner bei der Polizei Anzeige gegen die Sprecherin der Schwestern erstattet. Es geht um den Verdacht der Veruntreuung von Spendengeldern. Die Beschuldigte weist die Vorwürfe strikt zurück und spricht von einem "gespaltenen Helferteam".
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"Seit Anfang Dezember fallen Unregelmäßigkeiten mit den Spendengeldern auf", heißt es in der von der "Helferin der ersten Stunde" eingebrachten Sachverhaltsdarstellung. Die Frau hat die Anzeige nicht anonym, sondern in ihrem Namen gemacht, will medial aber nicht genannt werden. Eine Klärung der offenen Fragen mit der Sprecherin der Nonnen sei nicht möglich gewesen, schreibt sie. Vielmehr wurde auf Nachfragen mit Angriffen, Verleumdungen und einer Kontaktunterbindung mit den Nonnen per Betretungsverboten reagiert.
"Höhe des Schadens nicht genau bezifferbar"
Die Hauptanschuldigung: Spendengelder seien in mehreren Fällen nicht auf das Treuhandkonto der Schwestern einbezahlt worden. Die Anzeige nennt etwa 2.000 Euro, die nach Veröffentlichung der Podcast-Serie "Die Dunkelkammer" für die Nonnen zusammengekommen sein sollen. Mehrfach ist auch von Bargeldbeträgen in der Höhe von 50 bis 300 Euro die Rede, die nicht am Konto eingelangt seien.
Auch die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches "Nicht mit uns!" der Podcasterin und Journalistin Edith Meinhart - pro Exemplar sollte ein Euro an die Nonnen gehen - seien zumindest mit 9. Jänner noch nicht überwiesen gewesen. "Durch dieses Verhalten entstand ein Schaden, der vom Helferkreis leider nicht genau beziffert werden kann", heißt es in der Sachverhaltsdarstellung.
Sprecherin will mit Gegenanzeige wegen Verleumdung reagieren
Die beschuldigte Sprecherin der Nonnen wies die Vorwürfe am Montagnachmittag im Telefonat mit der APA zurück. "Das Geld wurde auf das Konto der Schwestern transferiert. Die Polizei hat die Auszüge mittlerweile bekommen." Sie selbst sei auch nie für das Ressort Finanzen im Helferteam verantwortlich gewesen. "Die Konten wurden von einer anderen Altschülerin betreut, die aber nicht mehr Teil des Teams ist." Die Sprecherin sieht die Anzeige als Nachwehe des Rückzugs der Schwestern aus den Sozialen Medien Mitte Dezember 2024. "Die Anschuldigungen rühren leider von Streitigkeiten im Team und kommen von jenen, die unbedingt den Instagram-Account der Schwestern hochhalten wollen." Sie selbst werde nun mit Gegenanzeigen wegen Verleumdung reagieren. Bereits Anfang Dezember gab es im Team der Unterstützer einen Disput darüber, wer Anlaufstelle für Presseanfragen ist.
Der Fall über die Ordensfrauen im Alter von Anfang bis Ende 80 hatte in den vergangenen Monaten weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Die drei Nonnen waren nach einem vorangegangenen Aufenthalt in einem Seniorenheim gegen den Willen ihres zum Apostolischen Kommissar bestimmten Oberen in ihr früheres Kloster zurückgekehrt.
Die Polizei kann derzeit noch nichts zum Sachverhalt sagen: "Die Ermittlungen laufen", so eine Sprecherin zur APA.