Drama bei Graz

Papas Auto fällt auf 4-jährigen Bub

08.01.2012

Das aufgebockte Auto senkte sich plötzlich ab. Der Bub ist schwer verletzt.

Zur Vollversion des Artikels
© privat, Ullrich
Zur Vollversion des Artikels

Eine Sekunde der Unachtsamkeit – und für eine Familie aus dem kleinen Ort Ligist ist nichts mehr wie zuvor: Schaffen die Ärzte in Graz das Wunder?

Der schreckliche Unfall passierte am Sonntagnachmittag auf ­einem Parkplatz beim Kirchenwirt der 3.000-Einwohner-Marktgemeinde Ligist (Voitsberg). Der Molkerei­arbeiter Gottfried K. (34) wollte die Bremsen seines Honda selbst reparieren und bockte das Auto links mit einem Wagenheber auf.

Sein Sohn Fabian, der in zwei Wochen seinen vierten Geburtstag feiert, tollte um das Auto herum, am Kopf den Piratenhut, den er zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Mutter Sylvia D. war mit Fabians jüngerem Bruder Florian in der Wohnung und erfuhr erst später von den dramatischen Ereignissen, die sich vor ihrem Fenster abspielten.

Vater zog Fabian panisch unter dem Auto hervor
Fakt ist: Gottfried K. dürfte vergessen haben, dass der Parkplatz leicht abschüssig ist: Der Honda kam ins ­Rutschen, der Wagenheber knickte ein und fiel zu Boden. Just in diesem Augenblick schaute Fabian – dem offenbar etwas bei der linken Wagentür zu Boden gefallen war – unter das Auto. Der Dreijährige wurde am Kopf erfasst und eingeklemmt.

Mit letzter Kraft konnte Vater Gottfried seinen Sohn unter dem Auto hervorziehen und in die Wohnung bringen. Erst dort sahen die Eltern, wie schwer die Kopfverletzungen des Buben waren. Zwei Notarztteams waren rasch vor Ort, ein ­Rettungshubschrauber flog das Unfallopfer wenig später ins Spital nach Graz.

Laut Auskunft der Ärzte am Montag ist der Zustand des Buben mehr als kritisch – er liegt auf der Intensivstation der Kinderchirurgie im künstlichen Tiefschlaf. Die Kopfverletzungen sind erheblich. Die Eltern wachen und beten rund um die Uhr bei ihrem Sonnenschein, der hier um sein Leben kämpft.

Die Polizei musste den ­Vater routinemäßig wegen fahrlässiger Körperverletzung anzeigen, wenngleich der ermittelnde Beamte betont, dass es sich um eine Verkettung tragischer Umstände handelt. Am Unfallort zurück blieb nur Fabians Piratenhut, das Weihnachtsgeschenk.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel