Zweifache Mutter erstochen

Graz: Alle hatten Angst vor irrem Messerstecher

06.02.2020

Er kämpfte nackt im Garten, warf Möbel vom Balkon. Dann tötete Fabian L. ohne Vorwarnung.

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© APA/ Kolb
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Immer mehr Details zur wahnsinnigen Bluttat von Graz kommen ans Tageslicht. Wie berichtet, hat dort in der St.-Peter-Hauptstraße ein 27-Jähriger am Dienstagmittag eine zweifache Mutter (33) erstochen, die er nie zuvor gesehen hatte. Der psychisch kranke Student Fabian L. hatte einfach den Drang verspürt, jemanden zu töten, wie er aussagte. Und er war erst wenige Stunden zuvor aus der psychiatrischen Landesklinik Graz II (ehemals Sigmund Freud) entlassen worden, wie ÖSTERREICH und oe24.TV exklusiv unmittelbar nach der Tat ­berichtet hatten.

Im Magistrat, wo die Schwiegermutter des unschuldigen Opfers beschäftigt ist, in der Zahnarzt-Ordination, in der Kerstin W. (33) arbeitete, in der ganzen Stadt herrscht Fassungslosigkeit. Natürlich über den sinnlosen Mord, aber auch über die Tatsache, dass der amtsbekannte junge Mann mit einem Messer bewaffnet frei herumlief.

Ärzte sahen keinen Hinweis auf Fremdgefährdung

Fabian L. hatte schon immer ein Faible für Stichwaffen. Nachbarn aus der Nußbaumerstraße berichten von „Schwertkämpfen“, die er nackt oder in Unterwäsche im Garten durchgeführt hatte. Mit Messern soll sich der 27-Jährige schon vor seiner Matura Eigenverletzungen zugefügt haben. Einen Selbstmordversuch, wie von Medien berichtet, soll es hingegen zuletzt nicht gegeben haben. Richtig ist aber, dass der Student mit dem Doppel-Nachnamen sich seit 21. Dezember in der Psychiatrie befand. Zunächst in der geschlossenen Abteilung, anschließend auf einer offenen Station. Er sei freiwillig sogar länger geblieben, als die Ärzte ursprünglich verordnet hatten.

Als sie ihn entließen, seien keine Hinweise auf Eigen- oder Fremdgefährdung vorgelegen. Dennoch soll Fabians Vater mehrfach in der Psychiatrie die mangelnde Medikation des Sohnes angemahnt haben.

Der 27-Jährige tötete am Dienstag nur 100 Meter von seinem Elternhaus entfernt. Auf Höhe der St.-Peter-Hauptstraße 61. Genau dort arbeitete Kerstin W., die zur Tatzeit vermutlich gerade die Ordination für ihre Mittagspause verlassen hatte. Hilfe, die Passanten sofort leisteten, kam für die junge Mutter zu spät.
Vor Ort erzählt man sich inzwischen, dass man Angst von Fabian L. gehabt habe, weil er immer wieder psychisch auffällig war.

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