Tram-Deal

GVB bremst Prüfer aus

28.09.2009

Ein gutes Geschäft, bloß Kür oder gar Verschwendung? Der Rechnungshof versucht seit Monaten, den Ankauf von 45 neuen Trams zu prüfen.

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© Graz AG
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In wenigen Wochen rollt die erste Grazer Variobahn in Berlin vom Band. Dann wird die moderne Niederflur-Straßenbahn in die Landeshauptstadt verfrachtet, über den Jahreswechsel ausgiebig getestet und 2010 ihre Jungfernfahrt feiern. Insgesamt 45 Stück haben Graz AG und Stadt geordert. Preis: 97 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die neue Nahverkehrsdrehscheibe Hauptbahnhof kostet „nur“ 90 Millionen Euro.

Keine Daten geliefert
Kein Wunder, dass man im Rathaus mit Spannung auf den Rechnungshofbericht über den Mega-Öffi-Deal wartet. Der entsprechende Prüfauftrag wurde im Frühjahr von Harald Korschelt und der FPÖ gestellt. Aber: Die Grazer Verkehrsbetriebe (GVB) haben bis heute nicht die erforderlichen Daten geliefert.

Verzögerungstaktik
Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Fahrgastprognosen etc. – Fehlanzeige. Erst kürzlich urgierte der Stadtrechnungshof (RH), endlich die Zahlen rauszurücken. Böse Zungen behaupten, die GVB wollten die Prüfung so lange verzögern, bis die Variobahn-Wägen die alten Trams ersetzt hätten. Eine Schelte vom RH würde im Jubel der Fahrgäste untergehen. Freilich dementiert die Graz AG diese Strategie.

Eine schiefe Optik ist Fakt: Dass der RH den Daten nachlaufen muss, ist „eine Missachtung des Eigentümers“, kritisiert Korschelt die GVB.

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