Verdacht gegen 34-Jährigen:

Todesschüsse von langer Hand geplant

25.02.2020

Diesen jungen Mann erwartet lebenslang – Milderungsgründe sind derzeit keine zu sehen.

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© APA/all/Fotomontage
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Stmk. Der Mord an der Besitzerin eines Beautysalons, Sara L. in Großwilfersdorf, beherrscht weiter die Schlag­zeilen der Kriminalberichterstattung – was vor allem auch daran liegt, dass das Opfer (34) schon wochenlang Todesangst hatte und sogar bei der Polizei gewesen war, weil es sich nach der Trennung von Rene P. von dem Juristen verfolgt fühlte.

Der gleichaltrige Schönling, der von allen Seiten als besitzergreifender Schnösel beschrieben wird, der in zerstörerische Wut verfällt, wenn er nicht bekommt, was er will, hatte im Herbst Hals über Kopf alle Zelte in seiner Heimat Steyr-Land abgebrochen, um zu Sara L. zu ziehen. Er gab angeblich sogar seinen Job auf und soll sein Haus verkauft haben. In der Steiermark wollte er in das Business seiner neuen Flamme einsteigen. Die trennte sich aber Ende Jänner wieder von Rene P., der daraufhin aus Frust, Eifersucht und Enttäuschung zum Stalker und schließlich zum Todesschützen wurde.

Waffen. Im Zuge der Trennung zeigte Sara L. den Ex auch an, und zwar wegen Einbruch und weil er ihrer Befürchtung nach mehrere Waffen hatte, darunter auch eine Maschinenpistole. Die Behörden fanden beim Verdächtigen bzw. in dessen Umfeld in Oberösterreich eine Waffe, die Rene P. gehörte, und zogen sie aus dem Verkehr. Eine MP wurde nicht gefunden. Und eine weitere Waffe zeigte der 34-Jährige – möglicherweise hatte er damals schon vor, sie für ein Verbrechen zu benützen – als gestohlen an.

Sara L. schickte ihre Tochter (12) in Todesangst zum leiblichen Vater und alarmierte den ganzen Ort per Internet-Postings, ihr gegen den Ex zu helfen. Dabei gab sie allen auch den Rat, auf das Kennzeichen seines Autos zu achten. Irgendwie dürfte Rene P. davon Wind bekommen haben, denn zu den sieben (!) Todesschüssen auf seine Ex am Sonntag kam er mit einem Leihauto. Alles spricht derzeit für eine eiskalt geplante Tat. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Auch Brüder sollten bei »Überfall« sterben

Stmk. Noch immer finden die Brüder von Sara L., ebenso wie ihre Eltern und die Tochter (12), für die Geschehnisse nur ein Wort: „Unfassbar!“ Am Donnerstag wird die bekannte wie beliebte Unternehmerin in St. Martin an der Raab im Südburgenland, wo die Großfamilie herkommt, unter großer Anteilnahme beerdigt. Im Vorfeld dazu bekräftigen die Hinterbliebenen weiterhin ihre Vorwürfe gegen Polizei und Justiz, warum trotz Anzeigen und ­vertraulichen Gesprächen mit der Polizei nichts gegen den Ex-Freund unternommen wurde.

Viele sind überzeugt, dass das Verbrechen verhindert werden hätte können – doch die Drohungen waren der Polizei zu wenig konkret, wobei allerdings der Streifendienst rund um das Wohnhaus in Maierhofen verstärkt worden sein soll. Trotzdem gelang es dem Attentäter, zu seinem Opfer durchzudringen und sieben Mal auf es zu schießen – vier Mal in den Rücken und drei Mal in die Brust. Mit eben der angeblich gestohlenen Pistole, die er plötzlich in Händen hielt. Die Frau hatte ihre Brüder zu Hilfe gerufen – auch sie wollte der Schütze töten, zum Glück hatte die Waffe Ladehemmung.

(kor)

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