Syrer warf sich vor Bim

Strache-Fans schocken mit Hasspostings gegen Flüchtling

15.10.2016

Der Mann warf sich in Wien vor eine Bim. Unter einem Strache-Post gingen die Wogen hoch.

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Am Samstag sorgte ein offenbar verwirrter Mann für Aufsehen. In Wien-Favoriten warf sich der Syrer vor eine Straßenbahn und begann wild um sich zu schreien. Der Vorfall ereignete sich in der Absberggasse. Dabei soll er immer wieder „Ich bin kein IS“ gerufen haben. Der Mann wurde schließlich von Beamten der Wiener Polizei überwältigt, festgenommen und in eine Psychiatrie gebracht.

Hasspostings schockieren

Der Vorfall sorgte für Aufsehen und ein großes mediales Echo. Auch FPÖ-Chef Heinz Christian Strache teilte einen Artikel auf seiner Seite. In kurzer Zeit hatte der Post über 2.000 Likes und über 700 Kommentare. Strache schrieb zu dem Vorfall „fassungslos!“. Allerdings kann man nicht nur im Bezug auf den Vorfall in Favoriten fassungslos werden, sondern auch aufgrund der Kommentare unter dem Artikel. „Hut ab vor dem Bim-Fahrer! I hätt die Courage net gehabt und wär drüber gefahren“, schreibt eine Frau. „Ich nehm den Tramfahrer virtuell in die Arme. Wer will schon Sche*ße auf der Windschutzscheibe“, kommentiert eine andere. Auch ein Kommentar in Bezug auf die Nazi-Zeit kann gefunden werden. „Ja so vergeht die Zeit. Früher hatten wir dazu Duschen. Und gleich daneben den Heizungsraum“, tippte ein User.

Justizminister kämpft gegen Hass im Internet

Dass auf Facebook immer wieder solche Kommentare zu finden sind, ist trauriger Alltag. Justizminister Wolfgang Brandstetter will gegen solche Hasspostings hart ins Gericht gehen. Erst vor kurzem sagte er in einer Rede: „„Wenn jemand aufgrund seiner Herkunft, Religion, Hautfarbe, Sprache oder Ähnlichem verbal attackiert wird, darf das nicht ungestraft bleiben. Wer Hass und Gewalt sät, wird Gefängnis ernten“. Die Gesetzeslage wurde diesbezüglich bereits adaptiert. Der Tatbestand der Verhetzung wurde verschärft. „Mit der geänderten Gesetzgebung und dem verschärften Verhetzungstatbestand treten wir Aggressivität und Verrohung der Sprache gezielt entgegen“, betonte der Justizminister in einem Vortrag an einer Uni in Japan.

© Screenshot/Facebook

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