Opfer schildert
Teenie-Messerattacke: "Sie gingen zu dritt auf mich los"
11.02.2026Am Wiener Straflandesgericht ist am Mittwoch der Prozess um drei Jugendliche fortgesetzt worden, die im September 2025 in einem Park beim Wiener Westbahnhof mit Messern auf einen Mann losgegangen sein sollen.
Das 37-jährige Opfer blieb mit sieben Stich-und zahlreichen Schnittverletzungen liegen. "Sie sind zu dritt auf mich losgegangen", schilderte er im Zeugenstand.
Der Syrer sitzt in der Justizanstalt Eisenstadt in Strafhaft und ist am zweiten Prozesstag vorgeführt worden. Er leugnete, dass es im Vorfeld zu einem Streit bzw. einer Attacke seinerseits gekommen wäre. "Ich habe auch keine Erklärung, warum sie mich attackiert haben", sagte der 37-Jährige.
Der 18-jährige Angeklagte hatte am ersten Verhandlungstag ausgesagt, dass der Auslöser für die Attacke ein Schlag mit dem Ellenbogen gegen seine Nase gewesen sei, sodass er heftiges Nasenbluten bekommen habe. "Aus Schutz" sei er in die Wohnung seiner Ex-Freundin - die 16-jährige Angeklagte - und habe ein Brotmesser geholt.
Messer blieb in Hand stecken
Laut Staatsanwaltschaft habe er Hilfe von der Ex sowie einer 15-jährigen Freundin erhalten, die ebenfalls mit Messern zugestochen haben sollen. Der 37-Jährige erzählte, er sei an den Beinen, an der Flanke, im Rücken und vor allem an den Händen schwer getroffen worden. Ein Messer sei in seiner linken Hand sogar stecken geblieben. Auch die rechte Hand wurde arg in Mitleidenschaft gezogen.
"Ich habe jetzt eine Behinderung", sagte der 37-Jährige, der dem bei der Verhandlung anwesenden Gerichtsmediziner zeigte, dass er die Finger der rechten Hand nur schwer bewegen konnte. Er könne auch nichts Schweres heben. Der Mann schloss sich dem Verfahren mit einem Schmerzengeld in der Höhe von 3.840 Euro an.
"Sie haben mich umringt"
Er habe laut geschrien - vor Schmerzen und auch weil er um Hilfe bat. "Sie sind in der Gruppe gekommen, um mich gemeinsam zu attackieren", sagte der Mann. "Sie haben mich umringt."
"Als die Drei gemerkt haben, dass ich schwer verletzt war, sind sie weggelaufen", sagte der 37-Jährige. Zudem habe jemand laut "Polizei, Polizei" gerufen, da habe das Trio von ihm abgelassen. "Erst da haben sie die Messer aus meinem Körper gezogen", sagte der Syrer. "Das mit dem Messer kann man nicht vergessen."
Mit Bauchtasche Abwehrbewegungen gemacht
Dass er auch seine Kontrahenten attackiert habe, verneinte der 37-Jährige. Denn die 16-jährige Angeklagte hatte nach dem Vorfall eine klaffende Wunde am Oberarm. Sie behauptete, dass sie mit dem Gürtel des 37-Jährigen geschlagen wurde und sich nur deshalb mit dem Messer gewehrt habe. Der Mann meinte, er habe an dem Tag keinen Gürtel getragen, er hätte nur mit einer Bauchtasche um sich geschlagen, um sich gegen den Angriff zu wehren. "Ich habe alles verloren, mein Portemonnaie und mein Handy."
Ein Urteil könnte noch am Mittwoch gefällt werden. Die Anhörung der Zeugen gestaltete sich zum Teil schwierig. Zwei konnten nicht aus der Haft vorgeführt werden. Zwei weitere, die am gestrigen Prozesstag nicht erschienen waren, sollten polizeilich vorgeführt werden. Nur einer konnte gefunden werden, er saß sichtlich beeinträchtigt im Gerichtssaal. "Der ist bummzu, wie soll er aussagen", meinte da die 15-jährige Angeklagte. Seine Aussage brachte keine Klarheit in die Causa, er verweigerte größtenteils, etwas zu dem Messerangriff zu sagen.