Von FBI entlarvt

Terrorverdacht: Vorbestrafter IS-Anhänger (18) kassierte drei Jahre Haft

21.01.2026

Der 18-Jährige soll nach Plänen für Bombenbau gesucht haben. 

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Ein 18-Jähriger aus der Obersteiermark ist am Mittwoch im Landesgericht Leoben unter anderem wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat sowie der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er soll trotz einer einschlägigen Verurteilung laut Informationen des FBI, das den österreichischen Verfassungsschutz informiert hatte, nach Bombenbauplänen im Internet recherchiert haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Jugendliche ist im Landesgericht Leoben kein Unbekannter: Bereits 2023 hatte er sich wegen Plänen für einen Anschlag auf eine Schule in Bruck an der Mur verantworten müssen. Er wurde damals zu 24 Monaten Haft, acht davon unbedingt, verurteilt. Um seine Lehre abzuschließen, wurde ihm Haftaufschub gewährt. Ihm wurde Bewährungshilfe und eine Deradikalisierungsbegleitung zur Seite gestellt. Geholfen hat das laut der neuerlichen Anklage offenbar nicht.

Einschlägiges Video und Bilder am Mobiltelefon

Im Vorjahr soll der Jugendliche im Wesentlichen "gleich gelagerte Tathandlungen" wie schon zuvor begangen haben, so die Staatsanwältin. Dem Angeklagten wird das Verbrechen der terroristischen Vereinigung und der kriminellen Organisation sowie das Vergehen der Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat angelastet. Laut der Staatsanwältin habe er sich nur "scheinbar vom radikalen Gedankengut und dem IS distanziert". Der 18-Jährige gab an, er sei nicht schuldig. Allerdings wurden einschlägige Videos und Bilder auf seinem Computer und auf seinem Mobiltelefon gefunden.

Vor Gericht meinte der Beschuldigte, die bisherige Haft habe ihn verändert und die Deradikalisierung habe "gut funktioniert". Er bleibe aber dabei, dass ein Leben im Kalifat "erstrebenswert" sei. Es hänge aber von der Art des Kalifats ab - und zwar "im Geist des Propheten und nicht nach dem IS". Der IS töte wahllos, das sei falsch, beteuerte er. Er sei für ein "liberales Kalifat".

Verschlüsselter USB-Stick

Seine Betreuer sehen in ihm allerdings ein hohes Gefährdungspotenzial und Risiko. Im Vergleich zu früher habe er im Vorjahr seine "digitalen Spuren" gut verschleiert, so die Staatsanwältin. Laut Informationen des FBI hatte er im Februar 2025 ein spezielles Betriebssystem heruntergeladen, mit dem man über einen USB-Stick auf jedem Rechner ohne Spuren zu hinterlassen im Internet recherchieren kann.

Tatsächlich wurden später vier USB-Sticks beim Angeklagten gefunden. Einer davon war verschlüsselt. Was sich darauf befindet, wollte der 18-Jährige nicht sagen. Der Richter meinte: "Wenn Sie ein so harmloses Kalifat wollen, warum lassen Sie uns das nicht sehen?" Es sei sein Recht, antwortete der Bursche.

Zur Vollversion des Artikels