Not-Operation

Tierhasser schießt Kater Pfeil in Hals

19.10.2010

Kater „Muki“ kam einem gemeingefährlichen Tierhasser in die Quere.

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© ÖSTERREICH/ Ulrrich
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Ein kurzes, scharfes Surren, Sekunden später ein kläglicher Schrei: Montagnachmittag spielte sich in St. Georgen an der Stiefing im Bezirk Leibnitz ein Tierdrama ab.

Roh
Kater „Muki“ war auf die Wiese eines Nachbarn seiner Besitzerin spaziert, als der 33-Jährige Rot sah. „Der Mann hat seinen Compound-Sportbogen gepackt und ohne zu zögern auf den Vierbeiner geschossen“, ärgert sich ein Polizist über die Rohheit des Tierhassers. Aus vier Meter Entfernung bohrte sich der nadelspitze Pfeil genau durch „Mukis“ Hals, trat zum Teil auf der anderen Seite wieder aus – und blieb schließlich stecken.

Röcheln
Der Kater schleppte sich mit letzter Kraft vor die Haustüre seiner Besitzerin und blieb zuckend und röchelnd auf der Fußmatte liegen. Ingrid B. wurde schließlich auf die seltsamen Geräusche aufmerksam und entdeckte ihren blutenden Liebling.

Heikler Eingriff
Dann ging alles sehr schnell: „Die Besitzerin hat das Tier mit dem Auto in Windeseile zum nächsten Veterinär gebracht, wo sofort eine Not-OP angesetzt wurde“, so ein Ermittler. Der Pfeil wurde zuerst an beiden Seiten des Halses abgeschnitten, anschließend bei einem heiklen Eingriff entfernt. In der Nacht zum Dienstag schließlich die gute Nachricht: „Muki“ überlebt die schwere Halsverletzung und wird wieder ganz gesund.

Gefahr
Damit ist die Gefahr für das Tier und seine Artgenossen aber nicht gebannt, denn der 33-jährige Schütze läuft noch immer frei herum. Laut Polizei ist der Mann ein Sonderling und im Ort traut sich kaum einer, ein Wort über ihn zu verlieren: „Wer weiß, auf wen er es als nächstes abgesehen hat.“

Zumindest wurde der Sportbogen vorerst beschlagnahmt. Er liegt jetzt sicher auf der Bezirkshauptmannschaft in Leibnitz. Der Steirer, der bei der Einvernahme angab, „aus Hass“ auf „Muki“ geschossen zu haben, wurde lediglich wegen Tierquälerei angezeigt.

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