Turbulenter Freitag

Lawinen und Skiunfälle in Tirol fordern mehrere Verletzte

03.04.2026

Ein turbulenter Freitag in den Tiroler Bergen hielt die Einsatzkräfte in Atem: Lawinenunfälle in Reutte und Neustift sowie kuriose Abstürze in Ischgl forderten mehrere Verletzte.

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© APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild)
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Am Freitag ereignete sich im Gemeindegebiet von Reutte ein folgenschwerer Zwischenfall, als eine befreundete Skitourengruppe aus Deutschland (alle aus dem Landkreis Ostallgäu) von deutscher Seite auf den Kreuzkopf aufstieg und ihn danach befuhr. Nach einer kurzen Gipfelrast fuhren die Alpinisten einzeln in den, auf österreichischer Seite liegenden, Nordosthang ein. Als der dritte Skifahrer gegen 12:00 Uhr in den Hang einfuhr, löste sich ein Schneebrett und riss die drei Sportler über ca. 300 Meter felsdurchsetztes Gelände mit.

Dabei wurden ein 34-Jähriger und ein 38-Jähriger teilverschüttet – die beiden konnten sich aber selbst aus der Lawine befreien. Ein 52-Jähriger wurde nicht verschüttet. Ein Ehepaar – eine 36-jährige Frau und ein 40-jähriger Mann – war noch nicht in den Hang eingefahren und wurde deshalb von der Lawine nicht erfasst. Der 34-Jährige erlitt durch den Lawinenabgang leichte Verletzungen und wurde vom Notarzthubschrauber "RK 2" in das Krankenhaus nach Reutte geflogen. Die anderen Schifahrer verblieben unverletzt und wurden vom Polizeihubschrauber "Libelle" geborgen und ausgeflogen.

Drama am wilden Turm

Etwas später kam es in Neustift im Stubaital zu einem weiteren Lawinenabgang. Zwei US-Amerikaner stiegen gegen 13:30 Uhr in Richtung des Gipfels am Hinteren Wilden Turm auf, als sich am Kamm ein Schneebrett löste. Beide Alpinisten wurden rund 200 Meter mitgerissen. Ein Sportler konnte sich bis zu den Schultern verschüttet selbst befreien und grub seinen schwer verletzten Begleiter aus, dessen Arm noch aus dem Schnee ragte. Ein Zeuge vom Vorderen Wilden Turm setzte den Notruf ab, woraufhin der Verletzte in die Klinik nach Innsbruck geflogen wurde.

Gefährliche Abkürzung in Ischgl

In Ischgl kam es am Nachmittag zu zwei beinahe identischen Unfällen an derselben Stelle. Gegen 15:10 Uhr durchbrach ein 16-jähriger Deutscher (aus dem Hochsauerlandkreis) eine Absperrung im freien Skiraum und übersah die Dachkante einer Pumpstation. Er stürzte vier Meter tief auf die Piste und erlitt Kopfverletzungen. Nur 20 Minuten später wiederholte sich das Szenario: Ein 22-jähriger Deutscher (aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) wollte zum Funpark abkürzen, missachtete die Absperrung und stürzte ebenfalls über das Dach ab. Er zog sich schwere Handverletzungen zu. Ein dritter Sturz konnte von Mitarbeitern im letzten Moment durch Zurufe verhindert werden.

Absturz am Zuckerhütl

Auch am 3.507 Meter hohen Zuckerhütl kam es zu einem Rettungseinsatz. Eine geführte sechsköpfige deutsche Gruppe befand sich gegen 14:30 Uhr im Abstieg über die steile Nordrinne, als ein 32-jähriger Münchner ohne Fremdverschulden ausrutschte. Der Mann überschlug sich mehrfach und stürzte etwa 50 Meter über felsiges Gelände ab. Mit Knieverletzungen unbestimmten Grades wurde er vom Hubschrauber "Martin 8" mittels Tau geborgen und in die Universitätsklinik Innsbruck gebracht.