Phantombild veröffentlicht

Mord an Südtiroler: Polizei jagd "Sandro"

01.05.2012

Bankschließfach in Friedrichshafen geöffnet. Kriminalist: "langwierige Ermittlungen.

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© APA-Foto: Polizei
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Nach der Klärung der Identität der am vergangenen Mittwoch im Dreiländereck bei Spiss im Tiroler Bezirk Landeck gefundenen männlichen Leiche setzt die Polizei nun auf ein Phantombild. Ein Mann mit südländischem Aussehen könnte der letzte gewesen sein, der Peter H. noch lebend gesehen hat. Am Dienstag wurde in einer Bank in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) ein Schließfach des Mordopfers geöffnet. Darin habe sich Bargeld, "aber keine Unsummen" befunden, wie ein Kripo-Ermittler berichtete.

Über den weiteren Inhalt des Schließfaches hielten sich die Beamten der baden-württembergischen Polizei bedeckt. Man ermittle derzeit "in alle Richtungen", natürlich auch im Umfeld des Mordopfers. Eine "hundertprozentige Zielrichtung" gebe es nicht. Der Südtiroler sei "polizeilich auffällig" gewesen, sowohl in seiner ursprünglichen Heimat, als auch in Österreich und in Deutschland. Details wollte der der Leiter der Ermittlungen, Armin Engelberg, nicht nennen. Es werde "langwierig", befürchtete der Kriminalist. Konkrete Hinweise nach Veröffentlichung des Phantombildes in Italien, Österreich und Deutschland stünden noch aus.

Autoknacker
Nach Angaben seiner Frau soll der Südtiroler am 20. April in seinem Wohnort in Baden-Württemberg in das Auto des italienisch sprechenden Mannes, der sich "Sandro" genannt habe, gestiegen sein. Die Familie habe eigentlich zusammen nach Südtirol fahren wollen. Seiner Frau habe er dann aber gesagt, dass "er noch etwas zu tun habe und sie inzwischen alleine losfahren solle". Sie soll noch gesehen haben, wie der Südtiroler in das Auto des etwa 45 Jahre alten, 1,80 Meter großen Mannes gestiegen sei.

Am Montag war schließlich eine weitere Version publik geworden. Der verdächtige Mann soll kurz vor der Abreise ins Haus der Familie zum Kaffee gekommen sein. Der Frau sei danach übel geworden und sie sei eingeschlafen. Gegenüber der Polizei habe sie den Verdacht geäußert, dass ihr Schlafmittel in den Kaffee gegeben worden sei, um sie zu betäuben. Ab dem Nachmittag des 20. April verlieren sich die Spuren des Getöteten. Die Polizei wollte diese Details am Dienstag nicht bestätigen.

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Peter H. wurde am 23. April von seiner Frau bei der Polizei als vermisst gemeldet.
Die Polizei ersuchte um Hinweise an die Ermittlungsgruppe "Tirol" unter der deutschen Telefonnummer 0049/07541/701-2434 in Friedrichshafen.

Das Opfer stammte ursprünglich aus Vahrn bei Brixen. Der Mann war zuletzt im Bodenseeraum wohnhaft, wo er mit Südtiroler Spezialitäten handelte. In seiner ursprünglichen Heimat war er mehrfach ins Visier der Polizei geraten. Dabei ging es um den Vorwurf der Steuerhinterziehung beim Import von Autos und Unterschlagung von Leasingautos, die in der Türkei und Bulgarien weiterverkauft worden sein sollen.

Die Suche nach dem seit mehreren Wochen in Tirol und der Schweiz herumstreifenden Braunbären "M13" hatte die Polizei zu der Leiche geführt. Bei der Obduktion einen Tag später stellte sich schließlich heraus, dass es sich um ein Gewaltdelikt gehandelt hatte.

Erschlagen
Der 39-Jährige dürfte mit einem stumpfen Werkzeug geschlagen worden sein und dadurch ein Schädelhirntrauma erlitten haben. Außerdem wies die Leiche nach Angaben der Polizei Gewaltmerkmale am Hals auf. Die mögliche Tatwaffe war weiter unbekannt. Der Fundort an einer Böschung 25 Meter unterhalb der Spisser Landesstraße dürfte nicht der Tatort gewesen sein. Der Leichnam soll rund drei bis vier Tage im Bereich des sogenannten "Gstalda Tobels" gelegen haben. Der leblose Körper war lediglich mit einer Unterhose bekleidet aufgefunden worden.

Am Fundtag waren Feuerwehr und Polizei zu einem Brand gerufen worden. Ein Baum war auf einen Strommasten gefallen und hatte das Feuer ausgelöst. Die Exekutive war davon ausgegangen, dass "M13" den Baum umgeworfen habe, worauf sich ein Beamter auf die Suche nach dem Tier machte und mit einem Feldstecher die Gegend absuchte. Dabei stieß er auf die Leiche.

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