Der Fall der Woche

''Sara, bitte komm wieder nach Hause''

18.03.2023

Mutter sucht nach ihrer Tochter und spricht mit ÖSTERREICH über das Verschwinden der 15-Jährigen.

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Innsbruck. Die Verzweiflung ist der mehrfachen Mutter Yasmin Ilona S.-F. aus Innsbruck bei ihrem Gespräch mit ÖSTERREICH anzuhören. Seit dem 16. August des vergangenen Jahres fehlt von ihrer geliebten Tochter Sara jede Spur. „Wir vermissen sie so sehr. Sara, bitte komm wieder nach Hause“, sagt sie. „Ich weiß nicht einmal, ob sie überhaupt selbstständig fliehen kann, auch wenn sie freiwillig weggegangen ist“, so S.-F. weiter. Die Innsbrucker Schülerin wurde angeblich zuletzt auf ihrer Flucht mit einem Rucksack, dem Koran und 500 Euro in bar an einer Bushaltestelle gesehen.
Eine Entwicklung, die aufgrund einer immer ­extremeren Islamisierung des Mädchens zustande kam. Die Polizei geht davon aus, dass sie mit einem noch unbekannten Salafisten eine Ehe geschlossen hat.

Aufenthaltsort von Sara ist noch unklar

Veränderung. Wo sich der Teenie aufhält, ist derzeit unklar. „Sie nannte mir immer wieder andere Orte, die meisten davon in Deutschland, wo sie hinziehen wollte“, erzählt ihre Mutter.
Sara soll mit 13 Jahren ein einschneidendes Erlebnis gehabt haben. „Seither trug sie einen Schleier und kommunizierte auf religiösen Chat-Foren.“ Sara zog sich immer mehr zurück, bis sie schließlich eine Burka trug, mit der nur noch ihre Augen zu sehen waren „Auch unsere Beziehung zueinander wurde immer schwieriger“, sagt die gebürtige Mittelamerikanerin.

Als das Mädchen mit 14 Jahren erzählte, dass sie einen Mann heiraten wolle, läuteten bei ihrer Mutter die Alarmglocken. „Ich erklärte ihr, dass man in diesem Alter noch keine Ehe eingehen darf. Zudem sei es wichtig, dass sie zuerst ihre Ausbildung fertig macht.“ Doch die Worte halfen nicht. Nach einem heftigen Streit mit ihrer Schwester kam Sara zehn Tage vor ihrem Verschwinden ins Kriseninterventionszentrum (KIZ) für Kinder in Not in Innsbruck. Das Kuvert mit dem Geld holte der Teenie einen Tag vor seiner Flucht bei ihrem Bruder ab. „Da ahnte ich, dass sie vorhatte wegzulaufen“, so ihre Mutter. Obwohl sie ihre Befürchtung auch der Mitarbeiterin des KIZ schilderte, konnte Sara abtauchen – bis jetzt.   

Die Verwandlung der Österreicherin Sara im Laufe weniger Teenager-Jahre:

© @all

Saras Mutter hofft auf ein Lebenszeichen

ÖSTERREICH: Frau S.-F., was ist Ihrer Meinung nach mit Sara passiert?
S.-F.: Ich kann es leider noch immer nicht genau sagen. Sara wollte heiraten, einen Mann, den sie in einem religiösen Forum kennengelernt hatte. Sie flüchtete zwar freiwillig, ich glaube aber mittlerweile nicht mehr, dass sie sich freiwillig nicht meldet. Sie ist ein Kind!
ÖSTERREICH: Was erhoffen Sie sich davon, den Fall öffentlich zu machen?
S.-F.: Ich wünsche mir so sehr, ein Lebenszeichen von Sara zu bekommen. Vielleicht hat sie auch irgendjemand gesehen. Uns ist wichtig, dass es ihr gut geht. Sie ist meine Tochter und wir werden sie immer bei uns willkommen heißen.
ÖSTERREICH: Was sagen Sie zu der Verwandlung Ihrer Tochter?
S.-F.: Ich bin selbst Muslima, aber Kopftuch trage ich hier keines mehr. Das kommt in Österreich nicht besonders gut an. Sowohl ich als auch ihr Vater wollten nicht, dass Sara eine Burka anzieht. Hier gilt das Vermummungsverbot und wir wollen, dass all unsere Kinder so normal wie möglich aufwachsen. 

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