Vor Kameraden
Tourengeher von Lawine 150 Meter mitgerissen
01.02.2026Die Lawinen-Gefahr ist im Westen weiterhin kritisch.
Tirol. Ein 31-jähriger Tourengeher aus der Schweiz ist Samstagnachmittag bei einem Lawinenabgang im Bereich des "Eiskögele" in Gurgl im Tiroler Ötztal (Bezirk Imst) teilweise verschüttet und schwer am rechten Sprunggelenk verletzt worden. Der Mann stieg mit vier Kameraden einen sehr steilen Südwesthang hinauf, als sich oberhalb ein 40 Meter breites Schneebrett löste. Der Schweizer wurde rund 150 Meter mitgerissen und letztlich von der Besatzung eines Rettungshubschraubers geborgen.
Die übrigen Tourmitglieder befanden sich außerhalb des Anrisses und wurden nicht erfasst, berichtete die Polizei am Sonntag. Da es auf rund 3.120 Metern Höhe keinen Handyempfang gab, fuhr ein Gruppenmitglied ins Tal ab, um einen Notruf abzusetzen. Der 31-Jährige, der beim Aufstieg als Zweiter der Gruppe unterwegs war, wurde letztlich in die Medalp-Sportsclinic nach Imst gebracht. Seine Kameraden fuhren selbstständig ins Tal ab.
Lawinengefahr weiter hoch
Die Lawinensituation blieb indes auch am Sonntag weiter kritisch. Es herrschte verbreitet Warnstufe 3 auf der fünfteiligen Gefahrenskala. Bei dieser Lawinenwarnstufe passieren erfahrungsgemäß die meisten Lawinenunfälle.
Bereits am Samstag löste ein 29-jähriger schwedischer Snowboarder im Variantenbereich östlich der Wanglspitze im Zillertal eine Lawine aus. Der Mann wurde weder verschüttet noch verletzt und fuhr schließlich talwärts weiter, ohne den Lawinenabgang zu melden, berichtete die Polizei. Am frühen Nachmittag bemerkte schließlich ein Mitarbeiter der Hornbergbahn den Lawinenabgang und setzte einen Notruf ab. Die Besatzung eines Rettungshubschraubers ortete daraufhin beim Überflug sowohl Ein- als auch Ausfahrtsspuren. Deshalb wurde ein Rettungseinsatz eingeleitet, an dem auch der Polizeihubschrauber "Libelle" sowie Alpinpolizei und Bergrettung beteiligt waren. Erst als der Schwede schließlich den Hubschraubereinsatz registrierte, teilte er der Leitstelle mit, dass er das Schneebrett ausgelöst habe und niemand verschüttet worden sei.
Die Tiroler Polizei nahm den Vorfall jedenfalls zum Anlass, einen generellen eindringlichen Appell auszusprechen. Wintersportler, die eine Lawine auslösen, bei der definitiv niemand verschüttet wurde, sollten dies umgehend der Leitstelle oder den örtlichen Bergbahnen melden, verlautete es in einer Aussendung.