Steiermark

Todesfälle in Justizanstalt werden untersucht

11.11.2013

Vermutlich Drogenmissbrauch und Suizid.

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© APA/Hochmuth
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Zwei nicht in Zusammenhang stehende Todesfälle in der Justizanstalt Graz-Karlau werden intern und gerichtlich untersucht. In einem Fall wird als Ursache Substanzmissbrauch vermutet, im anderen mit hoher Wahrscheinlichkeit Suizid, hieß es am Montag von der Vollzugsdirektion des Justizministeriums.

Die Information über die beiden Todesfälle wurde anonym übermittelt und grundsätzlich sowohl von der Justizanstalt als auch von der Vollzugsdirektion bestätigt. Nicht bestätigt und zurückgewiesen wurden jedoch Vorhalte, die sich auf den mutmaßlichen Suizid eines 40-jährigen Häftlings beziehen: Dieser sei nach einem Alkoholexzess am vergangenen Donnerstag trotz Selbstmorddrohung in einem "Kellerhaftraum" isoliert und auch nach einer Eigenverletzung nicht entsprechend überwacht untergebracht worden.

Richtig sei, dass der Randalierende aus einer Mehrpersonen- in eine Einzelzelle verlegt worden sei, zunächst videoüberwacht "als besondere Sicherheitsmaßnahme zu seinem eigenen Schutz", wie Christian Timm auf APA-Anfrage erklärte. Suizidabsichten habe er nicht geäußert. Tatsächlich habe er sich dann aber selbst Verletzungen zugefügt, indem er mit dem Kopf gegen die Wand gerannt sei. Nach Verarztung sei er in eine andere, wiederum besonders überwachte Zelle verlegt worden. Am folgenden Tag sei diese Maßnahme unter Beiziehung eines Psychiaters aufgehoben und der 40-Jährige in einen "normalen Absonderungshaftraum" verlegt worden, so Timm. Dort soll sich der Häftling sich dann erhängt haben.

Der zweite Todesfall hatte sich zwei Wochen davor ereignet: Ein 25-jähriger Häftling war im Krankenrevier an Medikamenten- oder Suchtgiftmissbrauch gestorben. Die Behauptung, dass der Mann schon zuvor wegen einer Überdosis ärztlich behandelt worden sei, wurde von Timm insofern bestätigt, dass dieser schon zuvor Kontakt mit Drogen gehabt habe. Unklar sei aber, ob missbräuchlich verwendete Medikamente oder Substitutionspräparate zum Tod geführt hätten, weshalb man auch von "Substanzmissbrauch" spreche.

Wie Timm sagte, wurde in beiden Fällen die Staatsanwaltschaft informiert und eine gerichtliche Obduktion angeordnet. Die Ergebnisse lägen noch nicht vor. Im Fall des Suizidverdachts ermittelt außerdem eine eigene Präventionsgruppe.

 

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