"Haus der Fenster"
300 Millionen! Diese Luxus-Immobilie steht in der City zum Verkauf
20.05.2026Das markante "Weltstadthaus" des Modehändlers Peek & Cloppenburg in der Kärntner Straße 29 könnte schon bald den Eigentümer wechseln. Die deutsche Eigentümerfamilie des Moderiesen prüft derzeit ganz konkret den Verkauf der Nobel-Immobilie im Herzen von Wien.
Hinter den Kulissen wird der Markt intensiv sondiert. "Wir hatten für das Haus mehrfach Anfragen, die wir immer abgelehnt haben", bestätigt Kevin Meyer, Geschäftsführer des Immobilien-Managers Midstad, der deutschen Immobilien Zeitung. Über einen Makler wurde die Lage abgecheckt. "Es liegen uns belastbare Angebote vor", erklärt Meyer weiter. Ob das Gebäude am Ende wirklich verkauft wird, steht aber noch in den Sternen.
In Immobilienkreisen wird ein Verkaufspreis von rund 300 Millionen Euro kolportiert. Wiener Experten halten diese Summe für zu hoch gegriffen und schätzen den Wert eher auf rund 200 Millionen Euro, wie der Kurier berichtet. Der Preis hängt vom Mietvertrag ab. Peek & Cloppenburg soll einen langfristigen Kontrakt haben, im Grundbuch ist dieser aber nicht ersichtlich.
Vom hässlichen Amtsschimmel zum Glastempel
Ursprünglich stand auf dem Grundstück ein unansehnliches Gebäude des Finanzministeriums. Im Jahr 2005 wurde die Liegenschaft unter Finanzminister Karl-Heinz Grasser für etwas mehr als 60 Millionen Euro verkauft. Grasser soll mit dem Erlös gar nicht glücklich gewesen sein. Ganz schuldenfrei ist die Luxus-Adresse nicht, im Grundbuch sind Pfandrechte von knapp 113 Millionen Euro eingetragen.
Die berühmten 85 Fenster der City
Das Gebäude gilt als Hingucker in der Fußgängerzone. Entworfen hat das Kaufhaus der britische Star-Architekt David Chipperfield, eröffnet wurde der Prachtbau im September 2011. Besonders auffallend sind die 85 riesigen Fenster, die sich über alle sechs Stockwerke ziehen. Chipperfield selbst spricht von einem "Haus der Fenster", das wie ein Museum wirkt. Eine fast identische Kopie des Gebäudes steht übrigens in Innsbruck. Der gefallene Signa-Investor René Benko war von der Architektur so begeistert, dass er das Kaufhaus Tyrol im selben Stil errichten ließ.