Abteilung schließt

Ab 2027: Keine Entbindungen mehr in der Klinik Hietzing

29.01.2026

Die Geburtshilfe in der Klinik Hietzing wird eingestellt. Künftig übernehmen größere Kliniken mit Frühchenstationen die Betreuung rund um die Geburt. Das Spital konzentriert sich künftig auf auf Brustgesundheit, Krebs- und Hormonerkrankungen.  

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Die Geburtenabteilung in der Wiener Klinik Hietzing wird geschlossen. Das teilte der Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) am Donnerstag mit. Geburten werden ab 2027 an jene Kliniken verlagert, die zusätzlich über eine Neonatologie verfügen. Die Gynäkologie in Hietzing spezialisiert sich auf die Behandlung von Brustgesundheit, Krebs- und Hormonerkrankungen.

Geburtenabteilungen wird es somit künftig an den WIGEV-Standorten Ottakring, Landstraße, Favoriten, Donaustadt und Floridsdorf geben. Dort würden dafür ausreichend Kapazitäten und eingespielte Teams bereitstehen, wurde versichert. In der Praxis bedeute dies die Verlagerung von insgesamt fünf Geburten pro Tag, hieß es.

Noch keine Änderung 2026

2026 soll sich noch nichts ändern, wie Christoph Wohlmuth, der Projektleiter und Vorstand der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung in der Klinik Ottakring, betonte: "Noch bis Anfang 2027 können Geburten wie gewohnt in der Klinik Hietzing stattfinden. Die Geburtshilfe ist bis zum Transfer voll ausgestattet und bietet wie bisher umfassende Betreuung von Schwangerschaften und Entbindungen ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche."

Bereits jetzt würden Neugeborene mit besonderem Behandlungsbedarf von der Klinik Hietzing in die Klinik Ottakring transferiert, gab man zu bedenken. Mit der Bündelung der Geburten und der Versorgung von Babys und Angehörigen entstehe ein noch enger verzahntes, medizinisch optimal abgestimmtes Angebot, das Familien von Beginn an bestmöglich unterstütze.

Neuausrichtung der Gynäkologie Hietzing

Die Gynäkologie der Klinik Hietzing wird sich laut WIGEV im Zuge der Neuausrichtung künftig noch stärker auf spezialisierte Bereiche konzentrieren. Wolfgang Huf, der ärztliche Direktor der Klinik Hietzing, erläuterte: "Die Gynäkologie der Klinik Hietzing richtet sich neu aus und fokussiert sich künftig auf Brustgesundheit, Krebs-und Hormonerkrankungen. Diese Spezialisierung ermöglicht eine noch tiefere Expertise und moderne Behandlungspfade, die sich präzise an den Bedürfnissen unserer Patientinnen orientieren."

Der Schritt erfolge auch vor dem Hintergrund sinkender bzw. stagnierender Geburtenzahlen, wurde versichert. Österreich verzeichne seit fünf Jahren ein Geburtendefizit, auch Wien bewege sich auf stabilem Niveau. Mit 18.926 Lebendgeborenen 2024 liege man etwa nur knapp über dem Wert von 2021.