Winter-Unfälle lassen Blut-Bedarf im AKH stark angestiegen
13.01.2026Der Blutvorrat in Österreich steht auf einem besorgniserregenden Tiefstand, wegen Grippe und Erkältung bleiben Spender aus.
Das Rote Kreuz und die MedUni/AKH Wien haben am Dienstag einen dringenden Blutspendeaufruf veröffentlicht. Die Zahl der potenziellen Spenderinnen und Spender ist wegen der grassierenden Grippe- und Erkältungswelle auf einem kritisch niedrigen Niveau, der Bedarf in den Spitälern steigt hingegen stark. Der Lagerbestand sei österreichweit "besorgniserregend".
"Innerhalb einer Woche haben sich unsere Konserven-Ausgaben nahezu verdoppelt", berichtete ÖRK-Bundesrettungskommandant Gerry Foitik. "Damit wir weiterhin alle Patientinnen und Patienten mit lebensrettendem Blut versorgen können, rufen wir alle gesunden Erwachsenen auf, zur Blutspende zu kommen." Termine können unter www.blut.at vereinbart werden.
Wartefrist nach Erkrankungen
Wer krank war, muss Wartefristen einhalten, bevor er wieder Blut spenden gehen kann. Die Richtwerte sind wie folgt: leichter, banaler Infekt (Temperatur weniger als 38 Grad Celsius, keine starke Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes) sieben Tage, hoch fieberhafter Infekt (Temperatur über 38 Grad, stark beeinträchtigter Allgemeinzustand) vier Wochen nach Beschwerdefreiheit bzw. nach der letzten Antibiotikaeinnahme.
"Alle 90 Sekunden wird in Österreich eine Blutkonserve benötigt", sagte Foitik. "Blut kann weder künstlich hergestellt noch ersetzt werden, und Konserven sind nur 42 Tage haltbar. Jede einzelne Spende zählt und kann jemandem das Leben retten."
Bedarf im Winter angestiegen
"Wegen vieler Unfälle und Operationen bei Schnee und Glätte ist der Bedarf an Blutspenden in den Spitälern stark gestiegen", erläuterte Antonia Müller, Leiterin der Universitätsklinik für Transfusionsmedizin und Zelltherapie von MedUni Wien/AKH Wien. "Gleichzeitig werden auch ausreichend Blutkonserven für die Behandlung von schweren chronischen Krankheiten benötigt." Besonders chronisch Kranke mit schwachem Immunsystem seien während Infektionen oft auf Bluttransfusionen angewiesen. Die in diesem Jahr früh eingesetzte Grippewelle mit schweren Infekten habe diese Situation zusätzlich verschärft.
Da auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) von der Krankheitswelle nicht verschont sind, könne es vereinzelt zu Wartezeiten beim Spenden kommen, so Foitik. Er appellierte: "Jeder von uns kann einmal selbst auf eine lebensrettende Blutspende angewiesen sein."
Spenden dürfen grundsätzlich alle Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren (Erstspender bis zum 60. Geburtstag), die gesund sind und gewisse gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Mitzubringen sind ein gültiger Ausweis und etwas Zeit.