Nach Hudler-Abgang

Alexandra Kaszay übernimmt Leitung der Spanischen Hofreitschule

10.03.2026

Die Spanische Hofreitschule bekommt eine neue Führung. Alexandra Kaszay übernimmt die Geschäftsführung und soll nach turbulenten Monaten Ruhe in den Traditionsbetrieb bringen. Der Wechsel folgt auf die Entlassung ihres Vorgängers Alfred Hudler im vergangenen Herbst. 

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© APA/GEORG HOCHMUTH
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Die frühere Chefin des Hofburg-Kongresszentrums in Wien, Alexandra Kaszay, wird neue Chefin der Spanischen Hofreitschule. Sie wurde am Dienstag bei einem Medientermin mit Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Reitinstitution, Michael Enzinger, präsentiert. Die Neubesetzung des Postens war notwendig geworden, weil der Aufsichtsrat den bisherigen Chef Alfred Hudler im vergangenen September entlassen hatte.

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Die neue Geschäftsführerin sei einstimmig durch den Aufsichtsrat bestellt worden, hob Totschnig hervor. Sie tritt ihr Amt Anfang April an. Der Minister verhehlte nicht, dass die Situation zuletzt schwierig war: "Die vergangenen Monate waren für die Spanische Hofreitschule und vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine einfache Zeit." Doch die Neuaufstellung schreite nun voran. Kaszay bringe "entscheidende Qualifikationen" mit, versicherte er, nämlich langjährige Führungserfahrung, eine "hervorragende fachliche Eignung" und Branchenkenntnis im Bereich Tourismus und Veranstaltungsmanagement.

Wirtschaftliche Basis sichern

"Als zuständiger Bundesminister ist es mir ein Anliegen, dass sich die Spanische Hofreitschule auf das konzentriert, für das sie weltweit geschätzt wird, nämlich die Zucht der Lipizzaner, den Erhalt der Hohen Schule der klassischen Reitkunst und natürlich jetzt auch die Wahrung des immateriellen Weltkulturerbes." Dazu müsse unter anderem die wirtschaftliche Basis der Institution gesichert werden. Auch den Pferden müsse es gut gehen. Vorgesehen sei hier eine starke Einbindung der Bereiterinnen und Bereiter, kündigte Totschnig an.

"Spätestens bis zum dritten Quartal 2026 soll es einen Hauptverantwortlichen für die Reitbahn hier in der Spanischen Hofreitschule geben", erläuterte er. Als Herausforderung gelten auch anstehende Sanierungsarbeiten sowohl in der Stallburg als auch in der Winterreitschule. Für diese Zeit müssen die rund 70 Hengste die Hofburg vorübergehend verlassen. Ab Februar 2027 ist darum ein Übergangsquartier zu organisieren. Auch ein alternativer Auftrittsort muss gefunden werden.

Wo die Vorführungen stattfinden werden, ist noch offen. Es gebe aber bereits Gespräche dazu, verriet Aufsichtsratschef Enzinger. Details wurden dazu noch nicht genannt. Kolportiert wurde zuletzt unter anderem, dass die Stadthalle als Veranstaltungsort in Frage kommen könnte. Auch Enzinger verwies heute darauf, dass die vergangenen Monate alles andere als einfach gewesen seien. "Es wird viel Arbeit auf die Frau Magister Kaszay zukommen", prophezeite er.

"Schon stolz und sehr glücklich"

Die neue Chefin bedankte sich für das in sie gesetzte Vertrauen: "Ich bin schon stolz und sehr glücklich, dass ich als Geschäftsführerin für diese Institution ausgewählt wurde." Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Spanischen Hofreitschule, des Gestüts in Piber sowie des Trainingszentrums Heldenberg. Als "klassische Wienerin" seien ihr die Lipizzaner seit ihrer frühesten Jugend bekannt.

Erfahrung in der klassischen Reitkunst habe sie keine, sagte Kaszay. Dazu stehe sie auch. Sie bringe aber die Fähigkeiten mit, die Basis dafür zu schaffen, dass die Spanische Hofreitschule ihren Auftrag erfüllen könne, zeigte sie sich überzeugt. Kaszay war mehr als zehn Jahre lang Alleingeschäftsführerin der Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsgesellschaft.

Hudler im Vorjahr abgesetzt

Der frühere Geschäftsführer Alfred Hudler war seit Dezember 2022 im Amt. Er wurde wegen "gravierender Verfehlungen" abgesetzt, teilte der Aufsichtsrat im September des Vorjahres mit. Verbreitet wurden unter anderem Vorwürfe betreffend Spesen- und Dienstreiseabrechnungen. Hudler hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Auch die Staatsanwaltschaft hat zuletzt laut Berichten Ermittlungen dazu zumindest teilweise eingestellt.

Nach der Absetzung Hudlers wurde Maria Patek, Ex-Sektionsleiterin im Landwirtschaftsressort, zur interimistischen Geschäftsführerin bestellt. Der Chefposten wurde neu ausgeschrieben. Insgesamt haben sich laut Aufsichtsrat 58 Personen für diesen beworben.

Sowohl Totschnig als auch Enzinger äußerten sich heute nicht im Detail zum aktuellen Stand der Untersuchungen in der Causa. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, wurde betont. Es seien bei Prüfungen jedoch "erhebliche organisatorische Mängel" zutage gekommen. Ein wesentlicher Teil sei bereits aufgearbeitet, hieß es. "Es ist noch nicht alles erledigt, das braucht eine gewisse Zeit", erläuterte Enzinger.