Vater wollte Tochter "verkaufen"

Anwältin klagt an: "Mutter gejagt wie Verbrecherin"

26.08.2018

In einem beispiellosen Fall ums Sorgerecht steht die Justiz im Kreuzfeuer der Kritik.

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© Manfred Schröfl
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Klartext ist man von der renommierten Strafverteidigerin Astrid Wagner durchaus gewöhnt – doch in diesem Obsorgestreit ist sie regelrecht aufgebracht: „Meine Mandantin wird von den Behörden wie eine Schwerverbrecherin gejagt. Der Fall ist ein unfassbarer Justizskandal“, wettert sie. Seit Kurzem vertritt Wagner die Wienerin Mariana Z., die mit ihrer Tochter Isabell (5) aus Österreich geflüchtet ist. Vorausgegangen war der gerichtliche Obsorgestreit, den der Vater des Kindes gegen die Empfehlung des Jugendamtes gewann. „Eine derart unverständliche Entscheidung habe ich noch nie erlebt“, sagt Wagner.

Das Schlimmste an der Causa: Der Vater soll für den Fall auf die Obsorge verzichtet haben, sollte ihm die Familie des Kindes 120.000 Euro für Isabell bezahlen.

Stattdessen flüchtete Mariana Z. mit ihrem Kind ins Ausland. Wegen Kindesentziehung ist sie per Haftbefehl zur Fahndung ausgeschrieben. Wagner wird zunächst versuchen, den Haftbefehl aufheben zu lassen: „Das Kind gehört zur Mutter und nicht zum Vater, der es verkaufen wollte und noch nie gesehen hat“, so die Anwältin.

Manfred Schröfl

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