Parkplatzabzocke

Aus für teure Park-Falle in Ottakring: Sportstadtrat Hacker zieht Notbremse

11.03.2026

Nach der Welle an empörten Reaktionen auf horrende Abmahngebühren schafft die Stadt Wien beim Verein SV Dinamo Helfort endlich klare Verhältnisse. Alle laufenden Verfahren wegen angeblichen unberechtigten Betretens der Sportanlage werden eingestellt und die Zufahrtsregeln grundlegend geändert. 

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© ORF Wien
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Der Ärger um teure Abmahnschreiben rund um einen Sportplatz in Ottakring ist vorerst vorbei. Nach heftiger Kritik und wachsendem Druck zieht die Stadt Wien nun die Notbremse. "Alle Verfahren werden mit sofortiger Wirkung eingestellt beziehungsweise rückabgewickelt", heißt es aus dem Büro von Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Auslöser für den Wirbel war ein Vorfall im vergangenen Herbst. Ein Vater hielt kurz vor dem Gelände des Sportvereins SV Dinamo Helfort, damit sein Sohn aussteigen konnte. Monate später flatterte ihm ein Schreiben einer Anwaltskanzlei ins Haus. Die Forderung hatte es in sich. Mehrere hundert Euro sollten fällig werden, weil das Gelände angeblich unberechtigt betreten worden sei.

Die Empörung ließ nicht lange auf sich warten. Kritiker sahen darin eine neue Variante jener "Parkplatzabzocke", die bereits seit Jahren für Ärger sorgt. Dabei geht es um Forderungen wegen Besitzstörung auf privaten Parkflächen.

Tor zur Anlage wird geschlossen

Die Sportanlage gehört der Stadt Wien und wird vom Verein gepachtet. Genau deshalb reagierte die zuständige Magistratsabteilung Sport Wien rasch. Gemeinsam mit dem ansässigen Verein SV Dinamo Helfort wurde im Auftrag von Hacker eine Lösung erwirkt. Damit sollen auch jene Personen entlastet werden, die bereits Post von der Kanzlei erhalten hatten.

Damit sich ähnliche Situationen künftig gar nicht erst ergeben, ändert die Stadt auch die Nutzung der Zufahrt. Das Tor zur Anlage in der Kendlerstraße wird geschlossen und bleibt nur noch Einsatzfahrzeugen sowie Lieferdiensten vorbehalten.

Eltern können ihre Kinder weiterhin zum Training oder zu Spielen bringen. Kurz vor dem Einfahrtstor darf zum Ein- und Aussteigen angehalten werden. Wer länger auf der Anlage bleibt, sollte künftig lieber mit den Öffis anreisen. Die Stadt verweist auf die gute Verbindung über den S- und U-Bahnhof Ottakring. Für Autofahrer steht außerdem die Park-and-Ride-Anlage beim Bahnhof zur Verfügung.

Der Wirbel um die Abmahnungen dürfte damit vorerst beendet sein. Die Debatte über neue Tricks rund um Besitzstörungen auf Parkflächen dürfte Wien allerdings noch länger beschäftigen.