Ungewisse Zukunft
Aus für Wiener Sport-Idylle? Post SV schlägt Alarm
12.03.2026Der traditionsreiche Post SV könnte schon bald seine vertraute Heimat verlieren. Die Post AG plant eine neue Ausschreibung für Postsportplatz in Hernals und versetzt damit viele Familien im Bezirk in helle Aufregung.
Es ist die grüne Lunge von Hernals und für Tausende Wiener das verlängerte Wohnzimmer. Doch über dem traditionsreichen Postsportplatz ziehen dunkle Wolken auf. Dem Post SV, einem Urgestein der Wiener Sportwelt, droht das bittere Aus auf seinem angestammten Areal. Der Pachtvertrag für das rund 15 Hektar große Gelände - immerhin das größte zusammenhängende Sportareal Österreichs - läuft Ende 2027 aus. Schon im Juni nächsten Jahres will die Eigentümerin, die Österreichische Post AG, die Nutzung neu ausschreiben. Damit wächst die Angst, dass die Idylle bald Baggern und kommerziellen Großprojekten weichen muss.
Paradies für den Nachwuchs steht auf dem Spiel
Besonders hart würde ein Ende des Standorts die Kleinsten treffen. Rund 5.000 Sportler gehen hier ihrer Leidenschaft nach, etwa 2.000 davon sind Kinder und Jugendliche. Für sie ist der Platz weit mehr als nur eine Trainingsstätte - er ist ein Ort, an dem Freundschaften geschlossen werden und Teamgeist gelernt wird. Seit 1937 schlägt das Herz des Post SV in Hernals, die Vereinsgeschichte selbst reicht sogar mehr als 100 Jahre zurück. Ob Fußball, Hockey, Tennis oder Minigolf - die Vielfalt auf dem Platz ist einzigartig in der Stadt.
Kampf gegen den Ausverkauf der Sportkultur
Die Sorge ist groß, dass ein neuer Betreiber vor allem auf den Profit schauen könnte. Zwar schützt das Wiener Sportstättenschutzgesetz das Areal formal vor einer kompletten Verbauung, doch die Sorge vor einer "Kommerzialisierung durch die Hintertür" bleibt. "Hier geht es um weit mehr als um Sport, denn der Verein steht seit Jahrzehnten für Gesundheitsförderung, Integration und gelebte Gemeinschaft", betonen Eva Bauer und Florian Heiler von der Initiative "Rettet den Post SV". Gerade in einer wachsenden Metropole wie Wien brauche es solche Freiräume, die für normale Familien auch in Zukunft leistbar bleiben müssen.
Sozialer Anker für den ganzen Bezirk
Die Aktivisten sehen nun nicht nur den Post-Konzern, sondern auch die Stadtpolitik in der Pflicht, Farbe zu bekennen. Man wünscht sich eine Lösung, von der am Ende alle profitieren, ohne dass die soziale Seele des Platzes verloren geht. "Der Postsportplatz ist nicht nur eine Sportanlage - er ist ein sozialer Anker für tausende Menschen", halten Bauer und Heiler fest. Es gehe darum, die Tradition zu bewahren und gleichzeitig die sportliche Zukunft im 17. Bezirk abzusichern.
Tausende Wiener unterschreiben für Erhalt
Dass das Schicksal des Post SV den Menschen unter den Nägeln brennt, zeigt der massive Zuspruch für eine aktuelle Online-Petition. Innerhalb kürzester Zeit haben bereits mehr als 8.500 Unterstützer unterschrieben. Sie alle fordern eine langfristige Garantie, dass ihr Verein am Postsportplatz bleiben darf. Es ist ein lautes Signal an die Verantwortlichen: Die Wiener sind nicht bereit, ihre Sport-Heimat kampflos aufzugeben.