Geheimnis gelüftet
Bierdeckel-Schwindel: Darum schenkt das Schweizerhaus Budweiser aus
10.04.2026Seit genau einem Jahrhundert fließt das Original Budweiser Budvar in die Krügerl des Schweizerhauses. Alles begann mit einer Reise nach Budweis und der überraschenden Erkenntnis am Morgen nach einer langen Zechtour.
Wenn im Prater der Duft von knuspriger Stelze in der Luft liegt, dann weiß jeder Wiener, jetzt ist wieder Schweizerhaus-Zeit. Doch heuer ist alles eine Spur festlicher, denn die Familie Kolarik feiert ein Jubiläum, das vor genau 100 Jahren mit einer kleinen Flunkerei unter Männern begann. Es ist die Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen Wien und Budweis, die ihren Ursprung an einem denkwürdigen Morgen ohne Kopfweh hat.
Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde im Prater traditionell Pilsner Urquell ausgeschenkt. Doch nach dem Krieg waren die Menschen verarmt und das Schweizerhaus stand leer. In dieser Krisenzeit ermutigte der Fleischhauer Johann Kolarik seinen Sohn Karl im Alter von 20 Jahren, den Betrieb zu übernehmen. Es war ein hartes Geschäft, das sich damals nur auf die Sommermonate beschränkte. Als Karl Kolarik bei der Brauerei in Pilsen um einen Kredit für den Ankauf eines Ganzjahresbetriebes in der Steindlgasse bat, blitzte er ab. "Wir Pilsner trinken unser Bier gerne selbst!"
Geburtsstunde einer legendären Partnerschaft
Alles nahm dann seinen Lauf im Jahr 1926, als Karl Kolarik mit seinem Sohn Johann nach Südböhmen reiste. Eigentlich wollten die beiden eine andere Brauerei besuchen, doch das Schicksal führte sie auf eine Landwirtschaftsausstellung in Budweis. Nach einem langen Tag ließen sie den Abend bei ein paar Krügerln in einem gemütlichen Wirtshaus ausklingen. Weil der Sohn vor seinem Vater nicht als allzu durstig dastehen wollte, bezahlte er heimlich einige Biere direkt beim Kellner, damit diese gar nicht erst auf der gemeinsamen Rechnung landeten.
Das große Staunen folgte am nächsten Morgen im Hotelzimmer. Beide Kolariks wachten völlig frisch und munter auf, obwohl die tatsächliche Anzahl der getrunkenen Biere doch recht beachtlich war. Karl gestand seinem Vater die kleine Mogelei und wunderte sich über das fehlende Kopfweh. "Das habe ich genauso gemacht! Von meinen acht Bieren habe ich zwei vom Deckel streichen lassen, damit du es nicht siehst", so der Senior lachend.
Auf die Frage beim Wirt, was sie da eigentlich getrunken hatten, antwortete dieser nur: "Ihr Wiener seid komisch – ihr seid in Budweis, was glaubt ihr, welches Bier ihr hier trinkt?" Noch im selben Jahr wurde die Partnerschaft besiegelt und das Budweiser Budvar trat seinen Siegeszug im Prater an.
Flüssiges Goldstück zum runden Jubiläum
Zum großen Jubiläum im April 2026 hat sich die Familie Kolarik etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Ab dem 13. April wird eine exklusive Festwoche gefeiert, bei der ein ganz spezielles Jubiläumsbier aus den Zapfhähnen fließt. Dieser besondere Sud reifte stolze fünfeinhalb Monate im kühlen Lagerkeller in Budweis und wurde mit frisch geernteten Dolden des edlen Saazer Aromahopfens veredelt. Das Bier bleibt unfiltriert und behält dadurch seine natürliche Trübung und seinen vollmundigen Charakter.
Wer sich ein Stück dieser Geschichte mit nach Hause nehmen möchte, kann das flüssige Gold auch in einer limitierten 0,75-Liter-Geschenkflasche erwerben, solange der Vorrat im Schweizerhaus reicht.