Bosna & Champagner

"Alles Wurscht": Haubenkoch erzielt mit Würstelstand über eine Million Umsatz

26.02.2026

Vom Spitzenrestaurant an den Imbissstand ist es ein weiter Weg, doch Sebastian Neuschler hat ihn bewusst gewählt. Mit "Alles Wurscht" erweitert er das klassische Angebot um Speisen jenseits der üblichen Würstelstandkarte. 

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© Alles Wurst
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Sebastian Neuschler hat die Haubenküche gegen einen Würstelstand am Börseplatz getauscht und damit im 1. Bezirk ein ungewöhnliches Erfolgsmodell geschaffen. Bei "Alles Wurscht" gibt es zur Bosna auch Champagner und zu Käsekrainer Trüffelpommes. Was auf den ersten Blick überrascht, rechnet sich.


Der ausgebildete Koch startete in der Cantinetta Antinori, kochte später in der Serviette und eröffnete mit der Marktlücke sein eigenes Lokal. 2019 zog er einen Schlussstrich unter die klassische Gastronomie. Nach einem Abstecher als Privatkoch in Moskau sperrte er 2020 im zweiten Lockdown seinen Stand auf. Während viele Gastronomiebetriebe massive Einbußen verzeichneten, schrieb er von Beginn an solide Umsätze. Heute kommen an guten Tagen bis zu 500 Gäste.

Mehr als nur Käsekrainer

Am Börseplatz verkauft er neben Käsekrainer und Bosna auch Calamari fritti, Beef Tartare und immer wieder neue Specials. Das Brot kommt von Öfferl, die Würste von kleinen Metzgern. Neun Mitarbeiter arbeiten fix am Stand. Zusätzlich hat Neuschler ein Cateringgeschäft für Firmenkunden aufgebaut, das rund ein Viertel zum Gesamtumsatz beiträgt. 2024 lag dieser bei etwas über einer Million Euro, wie Forbes Austria berichetet.

Dabei schrumpft die Zahl der Würstelstände in Wien deutlich. Große Fast Food Ketten und Supermärkte erhöhen den Druck. Rund um Börse, Banken und Kanzleien trifft Bauarbeiter auf Wirtschaftsanwalt. Genau diese Mischung macht seinen Stand zur festen Größe.