Wichtige Etappe
Erster Abschnitt des jüdischen Friedhofs saniert
14.05.2026Seit Jahren wird der Jüdische Friedhof in Währing nach und nach saniert. Nun ist eine wichtige Etappe geschafft, der älteste Teil des Friedhofs ist vollständig wiederhergestellt. Am 13. Mai hat deshalb ein Festakt stattgefunden.
2.287 Grabsteine wurden in den vergangenen neun Jahren seit der Gründung des Vereins restauriert und wieder aufgestellt. Hunderte freiwillige Helferinnen und Helfer haben Gestrüpp und Unkraut gerodet. Der älteste Bereich des Friedhofs macht mit 6.500 Quadratmetern rund ein Drittel des heute noch erhaltenen Friedhofsgeländes aus. 1784 wurden die ersten Personen bestattet.
Rund 30.000 Menschen begraben
Der Friedhof war 95 Jahre lang im Betrieb, in dieser Zeit wurden knapp 30.000 Verstorbene in den Sterbebüchern des Friedhofs vermerkt. Darunter befinden sich unter anderem Therese Kuffner, Fanny von Arnstein, die Familie Epstein oder Jonas Königswarter. Zwei Drittel der Verstorbenen konnten sich jedoch keinen Grabstein leisten, ihre Gräber wurden mit Holz- oder Blechtafeln gekennzeichnet. In der NS-Zeit wurde der Friedhof geschändet und teilweise zerstört. Bis in die 2000er-Jahre verfiel er immer weiter. Erst mit dem sogenannten "Washingtoner Abkommen“ verpflichtete sich die Republik Österreich, die Erhaltung jüdischer Friedhöfe zumindest mitzufinanzieren. Das zeigt sich auch in der Aufstellung der Fördermittel, die der Verein veröffentlichte. Seit 2021 kamen so rund 750.000 Euro zusammen, dazu kamen noch rund 400.000 Euro aus privaten Groß- und Kleinspenden.
Sanierung - keine Rekonstruktion
Das Ziel der Sanierung ist im Übrigen keine Rekonstruktion von Grabsteinen und Gräbern. Das sei vom Bundesdenkmalamt auch nicht gewünscht, betonte der Verein. Es gehe darum, die Grabsteine sicher aufzustellen und auseinandergebrochene Teile so gut wie möglich zu verbinden.