Klimaanlagen erlaubt

Gemeindebau-Mietern winkt coole Erleichterung

20.05.2026

Wien erleichtert den Einbau von Klimaanlagen im Gemeindebau. Bisher war die Installation nur in Ausnahmefällen erlaubt, etwa wenn medizinische Gründe vorlagen. 

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Die Beschränkungen fallen angesichts immer heißerer Sommer ab sofort, wie Wohnstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) am Mittwoch mitteilte. Sofern technische, bauliche und rechtliche Vorgaben eingehalten werden, können Mieterinnen und Mieter Splitgeräte montieren.

Bisher mussten Betroffene zum Beispiel pflegebedürftig sein, um eine Genehmigung zu erhalten. Auch wenn bei Lokalen gewerberechtliche Auflagen eine Kühlung notwendig machten, wurde die Erlaubnis erteilt. Derartige Nachweise sind nun nicht mehr nötig. "Wochenlange Hitzephasen und Tropennächte stellen für immer mehr Menschen in der Stadt eine enorme Belastung dar", betonte die Stadträtin.

Hanel-Torsch sieht Paradigmenwechsel

Trotz unterschiedlicher Maßnahmen gegen Hitzeinseln und sommerliche Überhitzung könnten in manchen Fällen nur mehr Klimageräte für eine zufriedenstellende und verträgliche Abhilfe sorgen, zeigte sich Hanel-Torsch überzeugt. Sie sprach von einem Paradigmenwechsel. Dieser würde auch weiterhin ein angenehmes Wohnumfeld für die Bewohnerinnen und Bewohner schaffen.

Zugelassen sind Split-Klimageräte mit Innen- und Außeneinheit. Voraussetzung für eine Genehmigung durch Wiener Wohnen ist eine fachgerechte Planung und Montage durch konzessionierte Firmen sowie die Einhaltung von notwendigen Vorgaben zu Lärmschutz, Energieeffizienz, Brandschutz und Anbringung. Die Installation darf erst bei Vorliegen der erforderlichen Genehmigungen durchgeführt werden.

Auf die Lärmgrenzwerte müsse insbesondere in den Nachtstunden geachtet werden, hieß es. Damit solle eine Belastung der Nachbarn vermieden werden. Die Kosten für die Anlage sind von den Mietern selbst zu tragen. Anders als beim Einbau von Beschattungssystemen gibt es für Klimaanlagen keine Förderung. 

FPÖ sieht Forderung umgesetzt

"Die SPÖ hat die Gemeindebaubewohner jahrelang schwitzen lassen und jede Verbesserung blockiert. Jetzt zeigt sich einmal mehr: Wenn die FPÖ Druck macht, bewegt sich etwas in Wien", so FPÖ-Wien Chef Dominik Nepp und Wohnbausprecher Michael Niegl. Dass Wiener Wohnen nun plötzlich einen anderen Kurs einschlage, sei kein Zufall, sondern das Ergebnis des anhaltenden politischen Drucks durch die FPÖ sowie der öffentlichen Kritik an der bisherigen Praxis.