IT-Desaster
Grüne orten "dringenden Aufklärungsbedarf wegen weiterem Millionengrab im FSW“
10.12.2025Laut Medienberichten sind im Fonds Soziales Wien (FSW) in den vergangenen Jahren zweistellige Millionenbeträge in die Entwicklung der IT-Architektur VITA geflossen, ohne dass die angestrebten Ziele auch nur annähernd erreicht wurden.
"Während der FSW bei Pflege, Betreuung, Behindertenhilfe und Wohnungslosenhilfe kürzt, wird im FSW offenbar ein neues Millionengrab geschaufelt. Diese Vorgänge sind dringend aufklärungsbedürftig, schließlich wird hier mit Steuergeld hantiert“, kritisiert die Parteivorsitzende der Grünen Wien, Judith Pühringer.
Die Grünen schalten nun erneut den Stadtrechnungshof ein. Zuletzt hatte man aufgedeckt, dass der FSW durch die Absage des Projekts Wohngeld sieben Millionen Euro in den Wind geblasen hat. "Der FSW hat mehr als 10 Millionen Euro in die Entwicklung des IT-Systems VITA gesteckt - mit dem Ergebnis 'unbrauchbar'. Gearbeitet wird mit alter Technik, die sicherheitstechnisch schwer bedenklich ist. Diese schwerwiegenden Hinweise wird der Stadtrechnungshof prüfen“, so Kontrollsprecher David Ellensohn.
Bei den Grünen weist man darauf hin, dass der FSW hochsensible Daten der Wiener verarbeitet: "Eine sichere und moderne IT-Architektur wäre wichtig, um die Daten der Kunden des FSW vor Cyberangriffen zu schützen. Eine sichere und moderne IT-Architektur scheint aber trotz Millionenausgaben nicht hergestellt worden zu sein. Es herrscht dringender Handlungsbedarf,“ so Pühringer und Ellensohn abschließend.
Korosec' Kritik
"In Zusammenhang mit dem IT-Projekt „Vita“ im Fonds Soziales Wien braucht es nun umgehend rasche und umfassende Aufklärung“, so die Sozialsprecherin der Wiener Volkspartei Gemeinderätin Ingrid Korosec in einer ersten Reaktion angesichts der aktuellen Berichterstattung in der Stadtzeitung „Falter“.
Seit rund zehn Jahren fließen laut Bericht öffentliche Mittel in eine Softwarelösung, die bis heute nicht einsatzfähig ist. So wurden bereits mindestens 16 Millionen Euro ausgegeben, während gleichzeitig weiter veraltete Systeme betrieben werden müssen.
„Es kann nicht sein, dass bei den sozial Schwächsten gespart wird, während ein Digitalprojekt seit einem Jahrzehnt Geld verschwendet und keine funktionierende Lösung bringt“, so Korosec weiter.
Die Wiener Volkspartei fordert daher sofortige Transparenz über die bisherigen Kosten sowie wirksame Maßnahmen, um diesem Missmanagement ein Ende zu setzen. „Steuergeld muss endlich verantwortungsvoll eingesetzt werden – und darf nicht in endlosen IT-Baustellen verschwinden“, so Korosec abschließend.