Antisemitismusstreit
Josefstadt benennt Hamerlingpark um
26.03.2026Ein Park im Herzen Wiens trägt seit Jahrzehnten den Namen eines Mannes, dessen Spätwerk von antisemitischen Stereotypen durchsetzt ist.
Robert Hamerling, österreichischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, steht seit Jahren in der Kritik – eine Kommission stufte bereits 2021 alle nach ihm benannten Orte als „Fälle mit Diskussionsbedarf" ein. Jetzt hat die Josefstadt gehandelt.
Nach mehrjährigen Debatten stimmten Grüne, SPÖ, ÖVP, Neos und KPÖ gemeinsam für die Umbenennung – zugunsten von Lore Segal, 1928 in der Josefstadt geboren, 1938 vor den Nazis geflohen, später gefeierte Schriftstellerin in New York. Sie schrieb für „The New Yorker", wurde vielfach ausgezeichnet und verstarb im Oktober 2024 im Alter von 96 Jahren.
Wird Wien seinem dunklen Erbe den Rücken kehren?
Der Weg zur Entscheidung war lang – ein erster Vorschlag, den Park nach Alma-Johanna Koenig zu benennen, scheiterte, weil auch ihr Werk Vorurteile gegen Minderheiten enthält. Mit Lore Segal habe man nun eine würdige Person gefunden" – so der überparteiliche Konsens im Bezirk. Die finale Entscheidung liegt jetzt beim Wiener Gemeinderat.