Kulturkampf

"Kein Leberkas in der U-Bahn": NGO ortet Rassismus

15.03.2026

"Host kan Genierer?"-Kampagne der Wiener Linien im Sperrfeuer des Kulturkampfes. Die NGO "Black Voices Austria" wittert nämlich "Rassismus in Öffi-Knigge". 

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Wien will Rücksicht in Bus und Bahn. Eine NGO sieht darin jedoch einen Angriff auf Migranten. Ja, wirklich. Die Wiener Linien haben kürzlich eine Kampagne gestartet, die eigentlich harmloser nicht sein könnte: Bitte nicht so laut telefonieren. Bitte keine Geruchsbomben auspacken. Bitte den Rucksack nicht wie ein Bollwerk vor sich hertragen. 86 Prozent der Wiener fühlen sich durch Lärm in den Öffis gestört, 92 Prozent wollen, dass es aufhört, so die Ergebnisse einer von der Stadt-SPÖ bemühten Umfrage. Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) bringt es auf den Punkt: "Unsere Öffis sind ein gemeinsamer Raum – und der verlangt Respekt." Soweit, so vernünftig. Könnte man meinen. Die NGO "Black Voices Austria" sieht das naturgemäß völlig anders.

"Black Voices Austria": "alles rassistisch"

Lautes Telefonieren zu kritisieren? Rassistisch. Geruchsintensives Essen zu verbieten? Rassistisch. Die Kampagne insgesamt? Na klar: rassistisch. Als Beweis dienen einzelne böse Kommentare unter Wiener-Linien-Posts – die Kampagne selbst trägt also die Schuld für das, was irgendwelche Trolle im Internet schreiben. Eine bestechende Logik. Auf den Plakaten sind übrigens keine Migranten abgebildet. Auch kein Kebap, kein Schawarma, keine Falafel. Aber das ist der NGO egal – die Regeln selbst seien das Problem, weil sie "sofort rassistisch aufgeladen" werden könnten. Moment. Kurz nachdenken.

Was wird uns da vorgegaukelt?

Wenn die Regel "Bitte nicht zu laut telefonieren" automatisch rassistisch ist, weil manche Menschen rassistisch reagieren könnten – was sagt das dann eigentlich über die Annahme der NGO aus, wer in den Öffis laut telefoniert?

Kommen jetzt die Kebab-Flashmobs?

Auf diversen sozialen Plattformen liest man schon, dass Öffi-Fans sagen: "Jetzt erst recht! Mein Kebab ist nicht rassistisch!" - und auch schon Kebab-Flash Mobs ankündigen.

Kebab essen in der U-Bahn als "kulturelle Aneignung"?

Und abschließend stellt sich noch eine Frage, ganz ernsthaft: Wenn ich als Österreicher ein Kebap in der U-Bahn esse – ist das dann schon "kulturelle Aneignung"?