Er hält ISIS die Treue

Lorenz K.: Vom Hip-Hopper zum IS-Bubi

08.01.2018

Mit der Anklage gegen Lorenz K. kommen immer mehr schaurige Details ans Tageslicht.

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Wie wird aus einem Spross einer albanischen Zuwanderfamilie, die mit dem Glauben nichts am Hut hat, ein Islamist, der zuerst einen 12-Jährigen dazu drängt, in Deutschland ein Selbstmord-Attentat auf einem Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen zu begehen (der Anschlag scheiterte), und der sich dann selbst im Namen des IS mit seiner blutjungen Ehefrau in Deutschland oder Österreich in die Luft jagen wollte?

9 Monate

Wie es derzeit aussieht, radikalisierte sich Lorenz K., als er mit 16 wegen Körperverletzung eine Jugendhaftstrafe ausfasste und in Wiener Neustadt und Gerasdorf neun Monate absaß. Danach war er ein anderer.

Hass-Prediger

Hilflos mussten Eltern und Bruder zusehen, wie der Ex-Hip-Hopper plötzlich täglich betete, sich über YouTube Predigten anhörte und Mirsad O., den mittlerweile zu 20 Jahre Haft verurteilten Hass-Prediger, zu seinem Idol auserkor. Die Befürchtung, dass genau dieser O. hinter Gittern eine weitere Generation radikalisieren könnte, sei hier nur nebenbei bemerkt ...

Nur durch Glück kommt es nicht zum Blutbad

Seinen Hass auf den Staat und die Ungläubigen vertiefte Lorenz K. (mit 17 nennt er sich Sabur Ibn Gharib) bis zur Besessenheit, knüpfte über Facebook, Twitter oder Playstation Kontakte zu Gleichgesinnten in Deutschland, schwört IS die Treue und überredet auch andere Jugendliche, sich der gerechten Sache anzuschließen. Nur aus Glück kommt es in Ludwigshafen zu keinem Blutbad – der 12-Jährige kann den Zünder nicht bedienen. Und Lorenz selbst wird mit Plänen über ein Bomben- oder Messer-Attentat in Wien im Kopf rechtzeitig verhaftet. Jetzt bestreitet er alles. Der Akt der Ankläger ist 55 Seiten dick. Es gilt die Unschuldsvermutung. (kor)

Bis zuletzt hält er ISIS die Treue

  • Aussage zuletzt in U-Haft: „Wenn ich hier nicht meine Familie hätte und ich meine Familie dadurch traurig machen würde, dann würde ich sofort runtergehen und für den IS kämpfen. Ich sage ehrlich meine Meinung, weil ich dazu stehe, und alles, wofür der IS steht, für richtig halte.“
  • Facebook-Posting als Sabur Ibn Gharib: „Möge Allah uns in den Jihad bringen und möge er uns alle sterben lassen und so schnell wie möglich den Sieg gewähren und diese Kuffar so schnell wie möglich rechtleiten oder vernichten Allahumma Amin.“
  • Twitter-Meldung nach dem Anschlag mit mehr als 50 Toten in Orlando auf einen Klub, der mehrheitlich von Homosexuellen besucht wurde: „Möge Allah ihn (den Täter, Anm.) belohnen Amin!“ Das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt quittiert er mit einem hämischen „Hahahaha Allahu Akbar.“
  • Über den Glauben: „Seit ich den Islam angenommen habe und gelernt und gecheckt habe, dass der Tod mein Ziel ist, juckt mich gar nichts mehr. Es gibt nichts, ,was mir Angst macht.“
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