Neuzulassungen
Mariahilf überholt alle: Österreichs erster Bezirk mit mehr als 50 Prozent E-Autos
16.01.2026Im Vorjahr waren in Mariahilf 52,4 Prozent der Neuwagen Elektroautos. Mariahilf ist damit Österreichs erster Bezirk, der die 50-Prozent-Grenze bei den neuzugelassenen E-Pkw "knackt".
Wiens sechster Bezirk hat einen Meilenstein erreicht. In Mariahilf hatten mehr als die Hälfte der im Vorjahr neu zugelassenen Autos einen Elektroantrieb. Kein anderer Bezirk in Österreich hat diesen Anteil je zuvor überschritten. Insgesamt wurden in Wien im Jahr 2025 genau 12.607 neue Elektroautos angemeldet. Dieser Höchstwert zeigt für den VCÖ, dass sich der Wandel im Verkehr beschleunigt.
Spitzenreiter in der Hauptstadt
Mariahilf führt das Wiener Bezirksranking an. Im österreichweiten Ranking folgen vier weitere Wiener Bezirke: "Silber" geht an Rudolfsheim-Fünfhaus mit 45,8 Prozent, Bronze an die Innere Stadt mit 43,4 Prozent. Dahinter folgen die Leopoldstadt mit 39,9 Prozent und Neubau mit 39 Prozent. Erst dann folgt mit Steyr-Land ein Bezirk außerhalb von Wien mit 34,3 Prozent. Mit der Josefstadt (31,7 Prozent), Hernals (28,9 Prozent) und Alsergrund (28,6 Prozent) ist Wien mit drei weiteren Bezirken in den Top 15 vertreten. Den niedrigsten E-Pkw-Anteil weist in Wien Simmering mit 13,5 Prozent auf.
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Weniger Energie, weniger Lärm
"Die Energiewende im Verkehr gewinnt an Fahrt. Die Hersteller bringen mehr Elektroauto-Modelle auf den Markt. Das steigende Angebot erhöht die Nachfrage. Und das ist gut so", sagte VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Er betonte, dass E-Autos im Schnitt zwei Drittel weniger Energie verbrauchen als Benziner oder Diesel. Außerdem stoßen sie beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Abgase aus und rollen in Wohngebieten deutlich leiser.
Ladeinfrastruktur hinkt hinterher
Der VCÖ sieht nun die Notwendigkeit, die Infrastruktur rasch anzupassen. "In bestehenden Großgaragen sind verstärkt Lademöglichkeiten zu schaffen", forderte Schwendinger. Er sprach sich auch dafür aus, dass Supermarkt- und Baumarktparkplätze in der Nacht von Anwohnerinnen, Anwohnern und kleinen Betrieben genutzt werden können. Damit das funktioniert, brauche es klare Anreize.
Firmenflotten als Schlüssel
Ein Großteil der neu zugelassenen Elektroautos entfällt auf Firmen. Rund 70 Prozent der neuen E-Pkw werden auf Unternehmen oder juristische Personen angemeldet. "Wenn Firmen stärker auf Elektroautos setzen, dann kommen in der Folge mehr Elektroautos auf den Gebrauchtwagenmarkt, der für private Haushalte relevant ist", erklärte Schwendinger. Er sprach sich deshalb für eine Reform der Firmenwagenbesteuerung aus. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sollen steuerlich nicht länger im Vorteil sein.
Öffis bleiben Nummer eins
Auch wenn die Zahl der E-Pkw steigt, die mit Abstand meisten e-mobilen Kilometer werden in Wien mit den Öffis gefahren. Öffentliche Verkehrsmittel haben nicht nur eine noch bessere Energie- und Umweltbilanz, sie sind auch platzsparender und tragen so in Wien wesentlich zur Vermeidung von Staus und anderen Verkehrsproblemen bei.