Neubau bis 2029

Modernste Psychiatrie Wiens entsteht in der Klinik Favoriten

19.03.2026

Mit der Errichtung der neuen Psychiatrie in der Klinik Favoriten  geht eine massive Aufstockung des Personals einher. Über 200 Fachkräfte werden künftig die stationäre und ambulante Behandlung am Standort sicherstellen. 

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© David Bohm
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Die schweren Baumaschinen wühlen zwar schon etwas länger im Erdreich der Klinik Favoriten herum, doch am heutigen Donnerstag folgte mit dem offiziellen Spatenstich der feierliche Startschuss für ein echtes Megaprojekt. Bis zum Jahr 2029 entsteht auf dem Gelände ein hochmoderner Neubau, der die psychiatrische Hilfe in der Bundeshauptstadt auf eine völlig neue Ebene heben soll. Das Vorhaben gilt als ein Herzstück im größten Modernisierungsprogramm der Wiener Spitäler.

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"Mit der neuen Psychiatrie in der Klinik Favoriten stärken wir die Gesundheitsversorgung in einer wachsenden Stadt und schaffen moderne Rahmenbedingungen für Patientinnen sowie Mitarbeiter", betont Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Der Wiener Gesundheitsverbund investiere damit gezielt in eine zukunftsfitte Infrastruktur, die den steigenden Anforderungen in der medizinischen Versorgung gerecht werde, hielt der Stadtrat beim Festakt fest.

Enormer Ausbau für Kinder und Jugendliche

Das Bauprojekt sorgt für eine massive Aufstockung der Plätze am Standort im 10. Bezirk. Während aktuell lediglich 44 Betten zur Verfügung stehen, wird diese Zahl bis zum Abschluss der Arbeiten auf insgesamt 120 erhöht. Ein besonderer Meilenstein ist dabei die Schaffung einer eigenen Abteilung für die Jüngsten, denn erstmals bekommt Favoriten eine Kinder- und Jugendpsychiatrie mit 40 Betten.

"Psychische Erkrankungen zählen zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit", erklärt Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, die Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbundes. Mit dem Neubau schaffe man nachhaltig moderne Strukturen für eine zeitgemäße Behandlung, da aktuell am Standort jährlich rund 1.000 stationäre Aufnahmen sowie etwa 3.500 Ambulanzkontakte gezählt werden.

Auch Neos-Gesundheitssprecherin Jing Hu begrüßt den Fokus auf den Nachwuchs. "Der Ausbau der psychiatrischen Versorgung in der Klinik Favoriten ist ein wichtiger Schritt, besonders für Kinder und Jugendliche", betont Hu. Ihr Bedarf sei in den letzten Jahren stark gestiegen und eine gute psychische Gesundheit entscheide maßgeblich über Bildungswege und Zukunftschancen.

Heilende Architektur mit viel Tageslicht

Der neue Komplex umfasst sechs Ebenen und eine Netto-Grundrissfläche von rund 20.500 Quadratmetern. Bei der Errichtung wird großer Wert auf Nachhaltigkeit und ein modernes Therapieumfeld gelegt. Neben den Stationen und Ambulanzen entstehen vielfältige Aufenthaltsbereiche sowie großzügige Dachterrassen, die den Patienten Raum für Aktivität unter freiem Himmel bieten. Sogar eine eigene Heilstättenschule wird integriert, damit schulpflichtige Patienten während ihres Aufenthalts den Anschluss an den Unterricht nicht verlieren.

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"Moderne psychiatrische Architektur ist heute bewusst Teil des therapeutischen Konzepts", sagt Michael Lischent, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsverbund Projektentwicklungs- und Baumanagement GmbH. Klare Strukturen, viel Tageslicht und gut gestaltete Außenräume würden Orientierung schaffen, den Stress reduzieren und so den gesamten Genesungsprozess unterstützen.

Gewaltiger Personal-Schub

Die medizinische Versorgung wird künftig in vier spezialisierte Bereiche unterteilt, um eine punktgenaue Betreuung zu gewährleisten. Neben einer Station für junge Erwachsene in der Übergangsphase entstehen Bereiche für klassische Erwachsenenpsychiatrie, Alterspsychiatrie sowie Akutpsychosomatik. Damit dieser Ausbau gelingt, wird das Team vor Ort von aktuell rund 60 Vollzeitkräften auf über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anwachsen.

"Die neue Struktur ermöglicht eine noch gezieltere Behandlung, weil Patientinnen je nach Alter, Krankheitsbild und Behandlungsbedarf auf spezialisierten Stationen betreut werden können", betont Kurt Stastka, der Vorstand der Psychiatrischen Abteilung der Klinik Favoriten. Besonders wichtig sei den Verantwortlichen gewesen, dass die Erfahrungen des Personals direkt in die Planung eingeflossen sind, um bestmögliche Rahmenbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen.