"Zukunftsvergessen"

Neos werfen ÖVP Blockade bei Bildungsreformen vor

17.02.2026

Neos-Wien Bildungssprecherin Dolores Bakos geht frontal auf die ÖVP und die Lehrergewerkschaft los. Ein Jahr nach Regierungsbeteiligung zieht sie eine selbstbewusste Bilanz und spricht von "Zukunftsvergessenheit" bei ihren politischen Gegnern. 

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Ein Jahr nach dem Start der pinken Regierungsbeteiligung zieht Neos-Wien Bildungssprecherin Dolores Bakos Bilanz und teilt kräftig aus. Sie lobt das eigene Reformtempo und wirft ÖVP und Gewerkschaft vor, notwendige Modernisierungen auszubremsen. Für sie steht fest, wer jetzt blockiert, verspielt die Zukunft der Kinder.

Reformkurs sorgt für Gegenwind

"In nur einem Jahr Regierungsbeteiligung haben Neos im Bildungsbereich mehr bewegt als die ÖVP in den letzten Jahrzehnten zusammen", erklärt Bakos. Chancenbonus, verpflichtende Sommerschule, Suspendierungsbegleitung und das Handyverbot an Schulen seien sichtbare Schritte. Veränderung gelinge, wenn der politische Wille da sei.

Kritik aus der ÖVP und der Gewerkschaft kontert sie scharf. "Dieses Tempo scheint manche in der ÖVP und der Gewerkschaft zu überraschen - wer jahrelang den Stillstand verwaltet hat, kommt bei echter Veränderung offenbar ins Stolpern", sagt Bakos.

Wien als Vorreiter bei Entlastung und Personal

An den Wiener Schulen habe man massiv Bürokratie abgebaut. "Während Eltern und Lehrerinnen und Lehrer seit Jahren auf Reformen warten und die Gewerkschaft sich nur beklagt, handeln wir in Wien. Wir haben an den Schulen bereits sehr viel an Entbürokratisierungsarbeit geleistet, indem 80 Prozent der Erlässe gestrichen wurden. Unsere Lehrerinnen und Lehrer sollen zurück zum Wesentlichen. Unterrichten statt verwalten", betont Bakos.

Auch bei der Personalausstattung verweist sie auf Schritte nach vorne. Stellen in Schulpsychologie und Schulsozialarbeit seien erhöht worden. School Nurses, Mental-Health-Angebote und multiprofessionelle Teams baue Wien weiter aus.

Debatte um Latein und digitale Kompetenz

Die Aufregung rund um die Anpassung der Lateinstunden hält Bakos für Reformverweigerung. Latein bleibe Teil des Angebots, doch der Schwerpunkt müsse sich verschieben. "Wir leben in einer Welt von KI, Deepfakes und digitalen Filterblasen. Wer Kindern heute den Zugang zu Informatik, KI-Wissen und Medienkompetenz verwehrt, nur um starr an alten Stundenplänen festzuhalten, handelt verantwortungslos gegenüber der nächsten Generation", sagt Bakos.

Zum Schluss richtet sie einen Appell an die ÖVP. "Das ewige 'Nein' zu jeder Reform ist der Grund, warum unser Bildungssystem so lange festgesteckt ist. Wir laden die ÖVP ein, sich konstruktiv an der Reformpartnerschaft zu beteiligen, statt mit gezielter Stimmungsmache gegen den Aufschwung zu arbeiten. Unsere Kinder haben ein modernes Schulsystem verdient, das sie fit für die Anforderungen von morgen macht", erklärt Bakos.